Hohe Ticketpreise bei der WM: Schaltet sich jetzt die EU ein?

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 2 Min. Lesezeit
FIFA-Präsident Infantino sieht naturgemäß kein Problem in den Wucherpreisen für WM-Tickets

Jetzt platzt den Fans endgültig der Kragen! Die Ticketpreise für die WM 2026 sorgen weltweit für Empörung – und jetzt sogar für eine offizielle Beschwerde gegen die FIFA. Was sich rund um das Mega-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko abspielt, wirkt für viele nur noch wie eines: Abzocke im ganz großen Stil.

Es ist ein echter Paukenschlag: Gleich mehrere große Fan- und Verbraucherorganisationen haben offiziell Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht.

Beschwerde gegen die FIFA – Fans schlagen zurück

Der Vorwurf? Knallhart: Die FIFA nutze ihre Monopolstellung aus, um Fans „überhöhte Preise und unfaire Bedingungen“ aufzuzwingen.

Oder anders gesagt: Wer zur WM will, soll zahlen – egal wie absurd die Summen sind.

Preise völlig außer Kontrolle

Die Zahlen sprechen für sich – und die haben es in sich! Für das Finale der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sollen Tickets bei über 4000 Dollar starten. Zum Vergleich: Beim EM-Finale 2024 lag der Einstiegspreis bei rund 100 Dollar.

Und das ist noch nicht alles: Kritiker sprechen von „historisch hohen Preisen“ und einem System, das sich je nach Nachfrage weiter nach oben schraubt.

Kurz gesagt: Je größer das Spiel, desto größer der Schock auf dem Konto.

„Das wäre in keinem normalen Markt erlaubt“

Besonders brisant: Die Beschwerdeführer werfen der FIFA vor, bewusst ein System geschaffen zu haben, das es so in einem normalen Wettbewerb gar nicht geben dürfte. Durch das Ticket-Monopol könne der Verband Preise diktieren, die Fans schlicht akzeptieren müssen.

Dazu kommen angeblich undurchsichtige Verkaufsbedingungen und künstlicher Zeitdruck beim Kauf. Heißt im Klartext: Schnell klicken, bevor es noch teurer wird.

FIFA verteidigt den Wahnsinn

Und die FIFA? Die bleibt – wenig überraschend – cool. Präsident Gianni Infantino verteidigt die Preise und argumentiert, dass die Einnahmen in den Fußball weltweit zurückfließen.

Außerdem verweist der Verband auf günstigere Tickets ab etwa 60 Dollar – allerdings nur in stark begrenzter Anzahl. Für viele Fans ein schwacher Trost.

Fußball nur noch für Reiche?

Die große Sorge: Die WM droht zum Event für Besserverdiener zu werden. Denn selbst „normale“ Tickets sind für viele Fans kaum noch bezahlbar. Reisen, Unterkunft, Verpflegung – und dann noch diese Preise?

Für viele bleibt nur noch der Fernseher. Fanvertreter sprechen deshalb von einer Entwicklung, die den Fußball entfremdet – weg von den Fans, hin zu einem reinen Luxusprodukt.

Mega-Nachfrage trotz Mega-Preise

Das Verrückte: Trotz aller Kritik ist die Nachfrage gigantisch. Mehr als 500 Millionen Ticketanfragen sollen bereits eingegangen sein.

Ein Paradox, das der FIFA in die Karten spielt. Denn solange die Stadien voll werden, gibt es aus Sicht des Verbands wenig Grund, etwas zu ändern.

Eskaliert der Ticket-Streit?

Jetzt liegt der Ball bei der EU-Kommission. Sie prüft die Beschwerde – ein Verfahren, das sich ziehen kann. Doch eines ist jetzt schon klar: Der Ärger wird nicht kleiner.

Die WM 2026 könnte sportlich ein Mega-Event werden. Doch abseits des Rasens droht ein handfester Streit um Geld, Macht und Gerechtigkeit. Oder anders gesagt: Der größte Gegner der FIFA ist aktuell nicht ein Team – sondern die eigenen Fans.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.
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