
Die nächste Eskalationsstufe im Weltfußball ist längst in der Diskussion – und sie wirkt alles andere als unrealistisch: Eine Weltmeisterschaft mit 64 Teams. Was vor wenigen Jahren noch absurd klang, bekommt plötzlich politischen Rückenwind. Und einmal mehr steht FIFA-Boss Gianni Infantino im Zentrum der Entwicklung.
Ausgerechnet aus Südamerika kommt der Vorstoß, die WM 2030 – ohnehin schon ein Mega-Turnier über drei Kontinente – noch weiter aufzublähen. Der Kontinentalverband CONMEBOL wirbt aktiv für eine Aufstockung von 48 auf 64 Teams und hat diese Idee bereits bei der FIFA hinterlegt.
Südamerika macht Druck – und Infantino hört zu
Und Infantino? Der zeigt sich wie so oft offen für alles, was Wachstum verspricht. Schon öffentlich ließ er durchblicken, dass „jede Idee eine gute Idee“ sei – ein Satz, der vielen Traditionalisten die Haare zu Berge stehen lässt.
Was wie eine höfliche Floskel klingt, ist in Wahrheit ein deutliches Signal: Diese Idee ist keineswegs vom Tisch.
Die WM wird immer größer – und immer beliebiger?
Schon die WM 2026 sprengt alle bisherigen Dimensionen. Erstmals werden 48 Teams teilnehmen – ein massiver Sprung gegenüber den bisherigen 32.
Doch offenbar reicht das noch nicht. Die 64er-WM wäre der nächste Schritt in einer Entwicklung, die viele Fans längst kritisch sehen: mehr Spiele, mehr Teilnehmer, mehr Einnahmen.
Denn genau darum geht es. Mehr Teams bedeuten mehr TV-Rechte, mehr Sponsoren, mehr Märkte. Sportlich hingegen droht ein klarer Qualitätsverlust. Kritiker warnen bereits, dass eine solche XXL-WM die Qualifikation entwerten und das Turnier verwässern würde.
Oder anders gesagt: Die WM droht zur globalen Dauerwerbesendung zu werden.
Politische Deals statt sportlicher Vernunft?
Auffällig ist vor allem, wie eng die Interessen verflochten sind. Südamerika unterstützt Infantino politisch – und bekommt im Gegenzug Gehör für seine Wünsche. Diese Dynamik ist im Weltfußball nichts Neues. Doch sie wird immer offensichtlicher. Es geht längst nicht mehr nur um Sport, sondern um Macht, Einfluss und wirtschaftliche Interessen.
Dass Infantino kaum Gegenwind bekommt, passt ins Bild: Einen ernsthaften Gegenkandidaten gibt es nicht, die Unterstützung großer Verbände ist ihm sicher.
Die Folge: Entscheidungen werden nicht zwingend danach getroffen, was für den Fußball am besten ist – sondern danach, was politisch opportun erscheint.
Noch ist nichts beschlossen – aber die Richtung stimmt
Offiziell ist die 64er-WM noch nicht beschlossen. Die FIFA prüft den Vorschlag, eine Entscheidung steht aus. Doch wer die Entwicklung der letzten Jahre verfolgt, erkennt ein Muster: Was zunächst als „Idee“ diskutiert wird, wird später oft Realität.
Die Aufstockung auf 48 Teams galt lange als umstritten – heute ist sie beschlossene Sache. Warum sollte es diesmal anders laufen?
Zumal die Argumente der Befürworter perfekt in Infantinos Strategie passen: Globalisierung, Inklusion, Wachstum.
Die 64er-WM ist näher, als viele glauben
Noch wird diskutiert. Noch gibt es Widerstand. Doch die Zeichen stehen klar auf Expansion.
Wenn politische Interessen, wirtschaftliche Verlockungen und ein machtbewusster FIFA-Präsident zusammenkommen, ist eines wahrscheinlich: Die nächste XXL-Reform kommt.
Eine WM mit 64 Teams? Es klingt übertrieben – aber im heutigen Fußball wirkt es fast schon unausweichlich.

