
Bei der FIFA WM 2026 wird die Ghanaische Fußballnationalmannschaft von einem echten Routinier betreut: Carlos Queiroz übernimmt kurzfristig das Kommando bei den „Black Stars“. Der Portugiese kommt damit unverhofft zu einer weiteren WM-Teilnahme – es ist bereits seine fünfte Endrunde als Cheftrainer.
Ob der Trainerwechsel nur zwei Monate vor dem WM-Start sinnvoll war oder zu mehr Chaos geführt hat, das wird man dann beim Turnierstart im Juni sehen. Ghana trifft zum Auftakt auf Panama und will dort direkt drei Punkte einfahren.
Trainer-Chaos kurz vor der WM
Bei Ghana ging es in den Monaten vor der Weltmeisterschaft alles andere als ruhig zu. Nach einer enttäuschenden Phase musste Otto Addo seinen Posten räumen. Auslöser waren unter anderem die Niederlagen gegen Österreich (1:5) und gegen Deutschland (1:2) im März, nach der die Verantwortlichen schnell reagierten.
Der ghanaische Fußball-Verband zog die Reißleine und präsentierte mit Carlos Queiroz eine erfahrene Übergangslösung – nur acht Wochen vor dem Turnierstart. Zwischenzeitlich wurde sogar Joachim Löw als möglicher Nachfolger gehandelt, doch letztlich fiel die Wahl auf den Portugiesen.
Queiroz ist ein echter WM-Routinier
Carlos Queiroz gehört zu den erfahrensten Nationaltrainern im Weltfußball. Der 71-Jährige hat bereits mehrere Nationen bei Weltmeisterschaften betreut, darunter Portugal, Iran und Kolumbien. Seine Stärke liegt vor allem in der Organisation und defensiven Stabilität – Qualitäten, die gerade bei Außenseitern von großer Bedeutung sind.
Dass er nun kurzfristig bei Ghana übernimmt, zeigt das Vertrauen in seine Erfahrung. In kurzer Zeit eine funktionierende Mannschaft zu formen, ist eine seiner Kernkompetenzen. Genau das wird bei dieser WM entscheidend sein.
Schwierige Ausgangslage für die Black Stars
Sportlich steht Ghana vor einer großen Herausforderung. Zwar verfügt das Team über einige talentierte Spieler, doch im Vergleich zu den Topnationen fehlt es an Konstanz und internationaler Klasse in der Breite.
Hinzu kommt die kurze Vorbereitungszeit mit dem neuen Trainer. Eingespielte Abläufe und taktische Feinabstimmung sind unter diesen Umständen schwer umzusetzen. Queiroz wird daher vor allem auf defensive Stabilität und einfache, klare Strukturen setzen müssen.
Taktik: Kompakt stehen und kontern
Unter Carlos Queiroz ist zu erwarten, dass Ghana sehr diszipliniert und defensiv ausgerichtet auftreten wird. Der Fokus dürfte auf einer kompakten Defensive liegen, kombiniert mit schnellen Umschaltmomenten.
Gerade gegen stärkere Gegner ist das oft die einzige realistische Chance. Queiroz hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er mit dieser Herangehensweise auch favorisierte Teams vor Probleme stellen kann.
Prognose: Außenseiter mit Minimalchance
Die Erwartungen an Ghana sind überschaubar. Schon das Erreichen der K.o.-Phase wäre eine Überraschung. Vielmehr geht es darum, sich ordentlich zu präsentieren und vielleicht für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.
Die kurzfristige Trainerverpflichtung macht die Aufgabe nicht leichter. Dennoch könnte die Erfahrung von Carlos Queiroz helfen, das Team zumindest stabil auftreten zu lassen.
Unterm Strich bleibt Ghana bei der WM 2026 ein klarer Außenseiter. Doch genau in dieser Rolle liegt auch eine Chance: Ohne großen Druck können die Black Stars befreit aufspielen – und vielleicht für einen unerwarteten Moment sorgen.

