„Lass dich überraschen“ – Julian Brandt verlässt den BVB nach sieben Jahren

Armin Schwarz
geprüft von René Müller | 2 Min. Lesezeit

Julian Brandt verlässt Borussia Dortmund. Nach sieben Jahren, einem CL-Finale, unzähligen Bundesliga-Spielen und einer Entwicklung zum Nationalspieler endet die Ära im Sommer. Was danach kommt, weiß Brandt offenbar selbst noch nicht ganz genau – oder zumindest verrät er es nicht. „Lass dich überraschen“, sagte der 29-Jährige bei Sky, als er nach seinem nächsten Ziel gefragt wurde.

Sieben Jahre, kein Märchen-Ende – aber kein schlechtes Ende

2019 kam Brandt aus Leverkusen nach Dortmund. Was folgte, war keine makellose Geschichte: Phasen, in denen er in der Startelf nicht gesetzt war. Verletzungsunterbrechungen. Zeiten, in denen die Erwartungen an ihn größer schienen als seine Konstanz erlaubte.

Und trotzdem: Brandt ist einer der kreativsten Mittelfeldspieler, die der BVB in diesem Jahrzehnt hatte. Wer seine besten Phasen gesehen hat – das Spiel aus engen Räumen, die Pässe in die Tiefe, die Fähigkeit, Spiele zu öffnen, wenn andere Teams schon zugemacht hatten – versteht, warum er sieben Jahre geblieben ist.

Das Heimspiel gegen seinen Ex-Klub Bayer Leverkusen war sein Comeback in der Startelf nach mehrwöchiger Pause. Die Fans im Signal Iduna Park empfingen ihn entsprechend. Das ist kein Zufall – das ist das Ergebnis von sieben Jahren ehrlicher Arbeit.

Kein Abschiedstournee-Modus

Brandt wehrt sich gegen die Melancholie-Narrative. Er fühle sich nicht wie auf einer „Abschiedstournee“, sagte er nach dem Leverkusen-Spiel. Die Wehmut werde kommen – aber erst, wenn der letzte Vorhang tatsächlich falle.

Das ist kein PR-Statement. Das klingt wie jemand, der weiß, dass er noch fünf Bundesliga-Spiele hat und diese nicht verschwenden will.

„Das muss man sauber beenden“, stellte er mit Blick auf seinen Respekt gegenüber dem BVB klar. Gespräche mit anderen Vereinen wolle er erst nach dem letzten Spieltag ernsthaft führen. Solange die Saison läuft, bleibt er Dortmunder – vollständig.

Wohin geht Brandt?

„Viele Ideen“, sagt er. Aber noch keine finale Entscheidung. Deutschland? Ausland? Etwas völlig Neues?

Brandt wird im Sommer 30. Das ist kein Alter, in dem Top-Klubs keine Fragen stellen – aber es ist auch kein Alter, in dem ein Spieler seines Formats keine Optionen hat. Die Bundesliga kennt ihn, die Premier League würde passen zu seinem Spielstil, Serie A ist denkbar.

Was für Deutschland spricht: Er ist seit Jahren Nationalspieler, ein Sommer-Wechsel in die Bundesliga ist bei 29 mit einem freien Wechsel realistisch und ohne großes Transferrisiko.

Was gegen Deutschland spricht: Wenn Brandt sich nach sieben Jahren Bundesliga etwas Neues sucht – und „Lass dich überraschen“ klingt nach mehr als nur einem Ligawechsel – könnte Ausland das nächste Kapitel sein.

Was Brandts Abgang für den BVB bedeutet

Mit Brandt verliert Dortmund einen der letzten Spieler, der wirklich aus dem Dortmunder DNA kommt – kreativ, direkt, mit Sinn für den Moment. Sportdirektor Sebastian Kehl muss einen Ersatz finden, der ähnliches Spielverständnis mitbringt. Das ist schwerer als es klingt.

Der Kaderumbau beim BVB ist in vollem Gange. Brandt ist nicht der erste, der geht – und nicht der letzte. Dass er es mit Respekt und ohne Drama tut, sagt einiges über seinen Charakter.

Armin Schwarz - Chef-Analyst & Sportwetten-Experte |
Armin Schwarz Armin Schwarz ist Chef-Analyst und Sportwetten-Experte bei Sportwetten24. Seit 2012 in der iGaming-Branche tätig, bringt er unter anderem drei Jahre Erfahrung als Quoten-Analyst auf Buchmacher-Seite mit. Sein Schwerpunkt liegt auf mathematischer Quoten-Analyse, Value-Betting-Strategien und systematischen Anbieter-Tests. Armin hat über 50 Sportwetten-Anbieter auf Quoten-Qualität, Margenstruktur und Limit-Politik geprüft. Er hält einen B.Sc. in Mathematik von der Universität Heidelberg und arbeitet von dort aus.
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