Wer im deutschen Profifußball auf der Trainerbank sitzt, verdient deutlich mehr Geld als noch vor zehn Jahren – aber zwischen den Ligen klafft eine wirtschaftliche Lücke, die mit jedem Saisonende deutlicher wird. Während die 18 Bundesliga-Cheftrainer zusammen rund 40 Millionen Euro pro Jahr aus den Kassen ihrer Klubs ziehen, bewegen sich Drittliga-Coaches teilweise im Bereich eines mittleren Angestelltengehalts. Dieser Artikel listet die aktuellen Trainergehälter der Saison 2025/26 – Stand April 2026, mit allen neun Trainerwechseln dieser Spielzeit eingearbeitet – und ordnet sie in den Branchenvergleich ein.
Wichtiger Hinweis zur Quellenlage
Trainergehälter sind keine öffentlich zugänglichen Daten. Alle nachfolgend genannten Zahlen sind Schätzungen aus Berichten von Bild, Sport Bild, kicker, Sport1 und Transfermarkt, ergänzt durch Aussagen aus dem Klub- und Beraterumfeld. Die Spannweite einzelner Schätzungen liegt nicht selten bei 30 Prozent – wer also irgendwo „exakte“ Cent-Zahlen liest, sollte skeptisch werden. Wir runden bewusst auf typische Größenordnungen.
Bemerkenswert: Während die Saison 2025/26 in der Bundesliga ihrem Ende zugeht, wurden allein bis April 2026 neun Cheftrainer entlassen oder zurückgetreten. Die folgende Übersicht spiegelt den Stand zum 30. Spieltag – die Trainerwechsel innerhalb der Saison sind eingearbeitet, die Gehaltsangaben gelten für den jeweils aktuellen Coach.
Bundesliga 2025/26: Die Trainergehälter im Überblick
| Trainer | Verein | Im Amt seit | Geschätztes Jahresgehalt |
|---|---|---|---|
| Vincent Kompany | FC Bayern München | Juli 2024 | ca. 9 Mio. € |
| Kasper Hjulmand | Bayer 04 Leverkusen | September 2025 | ca. 4-5 Mio. € |
| Niko Kovač | Borussia Dortmund | Februar 2025 | ca. 4 Mio. € |
| Sebastian Hoeneß | VfB Stuttgart | April 2023 | ca. 3,5 Mio. € |
| Ole Werner | RB Leipzig | Juli 2025 | ca. 2,5 Mio. € |
| Dino Toppmöller | Eintracht Frankfurt | Juli 2023 | ca. 2,5 Mio. € |
| Christian Ilzer | TSG Hoffenheim | November 2024 | ca. 1,5 Mio. € |
| Eugen Polanski | Borussia Mönchengladbach | September 2025 | ca. 1,2 Mio. € |
| Urs Fischer | 1. FSV Mainz 05 | Dezember 2025 | ca. 2 Mio. € |
| Manuel Baum | FC Augsburg (Interim) | Dezember 2025 | ca. 600.000 € |
| Daniel Thioune | SV Werder Bremen | Februar 2026 | ca. 1 Mio. € |
| Dieter Hecking | VfL Wolfsburg | März 2026 | ca. 1,2 Mio. € |
| René Wagner | 1. FC Köln (Interim) | März 2026 | ca. 350.000 € |
| Steffen Baumgart | 1. FC Union Berlin | Saison 2025/26 | ca. 1,2 Mio. € |
| Julian Schuster | SC Freiburg | Juli 2024 | ca. 1 Mio. € |
| Merlin Polzin | Hamburger SV | November 2024 | ca. 800.000 € |
| Alexander Blessin | FC St. Pauli | Saison 2024/25 | ca. 840.000 € |
| Frank Schmidt | 1. FC Heidenheim | September 2007 | ca. 750.000 € |
Stand: 22. April 2026. Gehaltsangaben sind Medienschätzungen, keine offiziellen Vereinszahlen.
Die Spitzenverdiener im Detail
Platz 1: Vincent Kompany – FC Bayern München, ca. 9 Millionen Euro
Der frischgebackene 35. Deutsche Meister sichert seinen Cheftrainer auf Topniveau ab. Kompanys Vertrag läuft bis 2027, mit erfolgsabhängigen Boni für Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League kann das Gesamtpaket deutlich über die Grundzahl hinausgehen. Mit dem aktuellen Pokal-Halbfinale gegen Leverkusen und dem CL-Halbfinale gegen PSG ist 2025/26 das Triple-Jahr – entsprechend hoch dürften die Variablen ausfallen.
Platz 2: Kasper Hjulmand – Bayer 04 Leverkusen, ca. 4-5 Millionen Euro
Hjulmand übernahm im September 2025 den Posten von Erik ten Hag, der nur zwei Spieltage durchhielt. Der Däne hat in Leverkusen einen Mehrjahresvertrag, das genaue Gehalt wurde nicht kommuniziert – Branchenkenner schätzen es im Bereich seines Vorgängers ten Hag, der mit ca. 5,5 Millionen Euro zu den Spitzenverdienern zählte.
Platz 3: Niko Kovač – Borussia Dortmund, ca. 4 Millionen Euro
Übernahm Anfang Februar 2025 von Nuri Şahin und führte den BVB von Tabellenmittelfeld zurück in die Champions League. In der laufenden Saison hat Dortmund Platz 2 vor dem 31. Spieltag faktisch sicher. Kovačs Vertrag wurde nach dem Erfolg bis 2028 verlängert.
Platz 4: Sebastian Hoeneß – VfB Stuttgart, ca. 3,5 Millionen Euro
Mit Vertrag bis 2028 längster Cheftrainer-Vertrag der Liga. Hoeneß hat den VfB nach dem Aufstieg von 2023/24 dauerhaft im CL-Rennen etabliert.
Die Aufsteiger und Mittelfeldverdiener
Eugen Polanski (Mönchengladbach) und Urs Fischer (Mainz) haben ihre Posten beide während dieser Saison übernommen – Polanski als U23-Trainer mit interner Beförderung, Fischer nach zweijähriger Pause als prominentester unter den Wintertransfers an der Trainerbank. Ihre Gehaltsstufen liegen deutlich unter den Topverdienern, aber klar im einstelligen Millionenbereich.
Die „Aufsteiger-Klasse“ im Saisongehalt – Merlin Polzin (HSV), Alexander Blessin (St. Pauli), Frank Schmidt (Heidenheim) – bewegt sich zwischen 750.000 und 850.000 Euro. Frank Schmidt ist mit seinen mehr als 18 Jahren Amtszeit beim FCH der dienstälteste aktive Trainer aller deutschen Profiligen – ein Sonderfall, der sich wirtschaftlich wenig vergleichen lässt.
Die Interims-Lösungen
Manuel Baum (Augsburg, ca. 600.000 €) und René Wagner (Köln, ca. 350.000 €) haben ihre Posten in dieser Saison als Interimstrainer übernommen – Baum nach der Entlassung von Sandro Wagner Anfang Dezember 2025, Wagner nach der Entlassung von Lukas Kwasniok am 22. März 2026. Beide Verträge laufen offiziell bis Saisonende, eine Festanstellung ist offen.
2. Bundesliga 2025/26: Die Trainergehälter
In der 2. Liga liegt das Gehaltsniveau ungefähr beim Faktor 1:5 zur Bundesliga. Die Spannweite reicht aktuellen Berichten zufolge von rund 150.000 Euro (Aufsteiger und Klubs mit kleinem Budget) bis über 2 Millionen Euro für die wenigen Top-Verdiener. Die Auswahl im Überblick:
| Trainer | Verein | Geschätztes Jahresgehalt |
|---|---|---|
| Miroslav Klose | 1. FC Nürnberg | ca. 2,1 Mio. € |
| Dieter Hecking (bis 03/2026) | VfL Bochum, jetzt Wolfsburg | ca. 600.000 € (in 2. Liga) |
| Christian Titz | Hannover 96 | ca. 500.000 € |
| Thomas Kleine | SpVgg Greuther Fürth | ca. 450.000 € |
| Marcel Rapp | Holstein Kiel | ca. 400.000 € |
| Alexander Ende | SC Preußen Münster | ca. 300.000 € |
| Florian Kohfeldt | SV Darmstadt 98 | ca. 200.000 € |
| Christian Eichner | Karlsruher SC | ca. 150.000 € |
Klose verdient als Spitzenverdiener der Liga mehr als die fünf bestbezahlten Drittliga-Trainer zusammen. Sein Gehalt ist erkennbar von seiner Bekanntheit als Weltmeister 2014 und Allzeit-Torschützenkönig der WM-Geschichte angetrieben – ein Effekt, der bei den anderen Klubs der Liga fehlt. Die zweite Reihe der 2. Liga bewegt sich realistisch zwischen 150.000 und 500.000 Euro Jahresbrutto.
3. Liga, Regionalliga, Oberliga: Die Realität jenseits der Profis
Im DFB-Lizenzbereich endet die zweite Liga – alles darunter ist faktisch Mischwirtschaft aus Profivertrag, Halbprofi und Aufwandsentschädigung. Die typischen Größenordnungen monatlich:
| Liga | Monatliches Cheftrainer-Gehalt | Jahresvergütung (ungefähr) |
|---|---|---|
| 1. Bundesliga | 30.000 € – 750.000 € | 360.000 € – 9 Mio. € |
| 2. Bundesliga | 12.000 € – 175.000 € | 150.000 € – 2,1 Mio. € |
| 3. Liga | 5.000 € – 35.000 € | 60.000 € – 420.000 € |
| Regionalliga | 2.000 € – 12.000 € | 24.000 € – 144.000 € |
| Oberliga | 300 € – 6.000 € | 3.600 € – 72.000 € |
| Landesliga | meist Aufwandsentschädigung | nebenberuflich |
Wichtig zu verstehen: In der 3. Liga ist die Gehaltsspanne zwischen Aufstiegsanwärtern (Dynamo Dresden, Saarbrücken, Energie Cottbus) und Vereinen mit knapper Kalkulation enorm. Wer einen Drittligisten mit Lizenz-erfahrenem Coach besetzt, zahlt das Drei- bis Vierfache eines durchschnittlichen Drittliga-Vereins. Ab der Regionalliga ist die Trainerstelle wirtschaftlich oft nicht mehr alleinig auskömmlich – viele Trainer auf diesem Niveau haben Zweitberufe oder kombinieren das Cheftraineramt mit Funktionärsaufgaben (Sportlicher Leiter, Nachwuchskoordinator).
Bundestrainer: Die historische Entwicklung
Auf der Position des deutschen Nationaltrainers hat sich seit der Jahrtausendwende eine deutliche finanzielle Aufwertung vollzogen. Ein Überblick über die Gehaltsentwicklung:
| Bundestrainer | Amtszeit | Geschätztes Jahresgehalt |
|---|---|---|
| Rudi Völler | 2000-2004 | ca. 1,5 Mio. € |
| Jürgen Klinsmann | 2004-2006 | ca. 2,5 Mio. € |
| Joachim Löw | 2006-2021 | ca. 3,5 Mio. € (am Ende der Amtszeit) |
| Hansi Flick | 2021-2023 | ca. 6,5 Mio. € |
| Julian Nagelsmann | seit Sep. 2023 | ca. 5 Mio. € |
Auffällig ist der Sprung von Löw zu Flick – Flick wurde in einer Phase verpflichtet, in der der DFB hohen kommerziellen Druck verspürte, einen „Top-Coach mit Klubmeisterschaftsformat“ zu binden. Nagelsmanns Vertrag ist im Vergleich zurückhaltender ausgestattet, deutet aber auf eine längerfristige Bindung. Mit Vertragsverlängerung bis 2028 ist Nagelsmann auf Kurs zur Heim-EM 2024-Generation und hat damit dieselbe Verbindlichkeit wie Hoeneß bei Stuttgart.
Was die Zahlen wirklich aussagen
Die Gehaltsstruktur deutscher Profitrainer folgt einer klaren ökonomischen Logik: Sie wächst mit dem TV-Geld der Liga, der Champions-League-Beteiligung des Klubs und dem Zuschauer-/Medieninteresse – nicht primär mit Erfolgsbilanz oder Spielidee. Daraus ergeben sich drei strukturelle Beobachtungen:
1. Die Schere wächst. Vor zehn Jahren lag der Spitzenverdiener der Bundesliga bei rund 4 Millionen Euro Jahresgehalt (Pep Guardiola bei Bayern 2013), heute steht Kompany bei 9 Millionen. Die Bundesliga-Bottom-Verdiener sind im selben Zeitraum kaum gestiegen.
2. Trainerwechsel sind teuer – aber selten teurer als Abstieg. Die neun Bundesliga-Trainerwechsel der laufenden Saison kosten die betroffenen Klubs in Summe geschätzt 30 bis 50 Millionen Euro Abfindungen. Das klingt viel – ist aber im Vergleich zum wirtschaftlichen Schaden eines Bundesliga-Abstiegs (typischerweise 50 bis 100 Millionen Euro Umsatzausfall in der ersten Zweitliga-Saison) kalkuliert vertretbar.
3. Der DFB-Posten ist relativ schlechter bezahlt als seine sportliche Bedeutung. Nagelsmanns 5 Millionen Euro liegen unter dem Gehalt von vier Bundesliga-Cheftrainern. International gesehen verdienen Bundestrainer in England, Spanien und Frankreich deutlich mehr – der DFB profitiert hier von der politischen und gesellschaftlichen Symbolkraft des Postens, die Top-Bewerber auch unter Marktwert verpflichtet.
Häufige Fragen zu Trainergehältern in Deutschland
Wie viel verdient der Cheftrainer des FC Bayern München?
Vincent Kompany erhält laut Medienberichten rund 9 Millionen Euro pro Jahr Festgehalt. Hinzu kommen erfolgsabhängige Prämien für Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions-League-Erfolge. Bei einem Triple-Gewinn – wie 2025/26 sportlich noch möglich – kann das Gesamtpaket deutlich über 10 Millionen Euro liegen.
Wie hoch ist das Gehalt eines Bundestrainers?
Julian Nagelsmann verdient als aktueller DFB-Cheftrainer rund 5 Millionen Euro pro Jahr. Sein Vorgänger Hansi Flick lag mit ca. 6,5 Millionen Euro höher; davor verdiente Joachim Löw rund 3,5 Millionen Euro. Die Vergütung ist erfolgsabhängig strukturiert, mit Prämien für EM- und WM-Erfolge.
Wer verdient in der Bundesliga am meisten?
Vincent Kompany (Bayern, ~9 Mio. €) führt das Ranking deutlich an, gefolgt von Kasper Hjulmand (Leverkusen, ~4-5 Mio. €) und Niko Kovač (Dortmund, ~4 Mio. €). 16 der 18 aktuellen Bundesliga-Cheftrainer verdienen nach Medienschätzungen mehr als 750.000 Euro pro Jahr – die Ausnahmen sind die Interims-Lösungen Baum (Augsburg) und Wagner (Köln).
Verdienen Trainer mehr als Spieler in derselben Liga?
Das hängt stark vom Klub ab. Bei Top-Klubs wie Bayern München, Dortmund oder Leverkusen verdienen die Spitzen-Spieler (Stars wie Harry Kane, Jamal Musiala, Florian Wirtz) deutlich mehr als ihre Trainer. Bei kleineren Bundesliga-Klubs liegt das Trainergehalt oft über dem des Top-Spielers im Kader. In der 2. Liga und darunter verdient der Cheftrainer in der Regel mehr als der Bestverdiener seines eigenen Kaders.
Wie viel verdient ein Trainer in der 3. Liga?
Das monatliche Brutto-Gehalt liegt bei Drittligisten typischerweise zwischen 5.000 Euro (kleinerer Verein, kurzer Vertrag) und 35.000 Euro (Aufstiegsanwärter mit prominentem Coach). Ein Vorzeigebeispiel oben: Drittliga-Aufsteigern wie Saarbrücken oder Cottbus zahlen ihren Coaches im Spitzenfall sechsstellig pro Jahr; Mittelfeld-Vereine eher fünfstellig.

