Erstmals seit 1998 ist Österreich wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei – und der Jubel war entsprechend groß. Teamchef Ralf Rangnick hat sein 26-köpfiges Aufgebot für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nominiert, angeführt von den Rekordspielern David Alaba und Marko Arnautovic. Auffällig ist der enorme Bundesliga-Anteil: 14 der nominierten Profis verdienen ihr Geld in der deutschen Eliteklasse. Hier stehen alle 26 Namen, die Einordnung nach Mannschaftsteilen und eine ehrliche Bewertung der Chancen in der Gruppe J.
Der Österreich-Kader 2026 im Überblick

Österreich trifft bei der WM in Gruppe J auf Argentinien, Algerien und Jordanien. Das ist das komplette Aufgebot:
| Spieler | Position | Verein |
|---|---|---|
| Patrick Pentz | Tor | Brøndby IF |
| Alexander Schlager | Tor | RB Salzburg |
| Florian Wiegele | Tor | Viktoria Pilsen |
| David Affengruber | Abwehr | Elche CF |
| David Alaba | Abwehr | Real Madrid |
| Kevin Danso | Abwehr | Tottenham Hotspur |
| Marco Friedl | Abwehr | Werder Bremen |
| Philipp Lienhart | Abwehr | SC Freiburg |
| Phillipp Mwene | Abwehr | 1. FSV Mainz 05 |
| Stefan Posch | Abwehr | 1. FSV Mainz 05 |
| Alexander Prass | Abwehr | TSG Hoffenheim |
| Michael Svoboda | Abwehr | Venezia FC |
| Christoph Baumgartner | Mittelfeld | RB Leipzig |
| Carney Chukwuemeka | Mittelfeld | Borussia Dortmund |
| Florian Grillitsch | Mittelfeld | SC Braga |
| Konrad Laimer | Mittelfeld | FC Bayern |
| Marcel Sabitzer | Mittelfeld | Borussia Dortmund |
| Xaver Schlager | Mittelfeld | RB Leipzig |
| Romano Schmid | Mittelfeld | Werder Bremen |
| Alessandro Schöpf | Mittelfeld | Wolfsberger AC |
| Nicolas Seiwald | Mittelfeld | RB Leipzig |
| Paul Wanner | Mittelfeld | PSV Eindhoven |
| Patrick Wimmer | Mittelfeld | VfL Wolfsburg |
| Marko Arnautovic | Angriff | Roter Stern Belgrad |
| Michael Gregoritsch | Angriff | FC Augsburg |
| Sasa Kalajdzic | Angriff | LASK |
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Die Torhüter: klare Hierarchie
Anders als bei manch anderem Teilnehmer gibt es im österreichischen Tor wenig Diskussion. Alexander Schlager von RB Salzburg hat sich in den letzten Jahren zur klaren Nummer eins entwickelt und füllte diese Rolle auch in der Qualifikation aus. Dahinter steht der erfahrene Patrick Pentz (Brøndby) als Nummer zwei.
Spannend ist die dritte Position: Florian Wiegele von Viktoria Pilsen feierte erst im März sein Teamdebüt und überzeugte auf Anhieb. Die Hierarchie ist gefestigt – eine Sorgenstelle ist die Torhüter-Position für Rangnick nicht.
Die Abwehr: Erfahrung, aber Alaba als Fragezeichen
In der Verteidigung verfügt Österreich über viel internationale Erfahrung. Kevin Danso (Tottenham), Philipp Lienhart (Freiburg) und Stefan Posch (Mainz) bildeten in der entscheidenden Quali-Phase eine eingespielte Achse, dazu kommen Marco Friedl und der für die Serie A etablierte Newcomer Michael Svoboda.
Der größte Name ist zugleich das größte Fragezeichen: David Alaba. Der Real-Madrid-Profi mit über 110 Länderspielen kehrt ins Nationalteam zurück, kämpfte aber zuletzt immer wieder mit Verletzungen. Ist er fit, ist er eine sofortige Aufwertung – in der Innenverteidigung neben Lienhart oder sogar als Linksverteidiger. Auf seine Robustheit über ein ganzes Turnier zu bauen, bleibt aber ein kalkuliertes Risiko.
Das Mittelfeld: die klare Stärke
Hier liegt das Pfund dieser Mannschaft. Mit Marcel Sabitzer (fast 100 Länderspiele) und Konrad Laimer (FC Bayern, vielseitig bis in die Abwehr einsetzbar) verfügt Österreich über ein erfahrenes, international erprobtes Zentrum. Dahinter warten mit Florian Grillitsch, Xaver Schlager und Nicolas Seiwald gleich mehrere Bundesliga-erprobte Alternativen – eine Tiefe, um die Rangnick manch größere Nation beneiden dürfte.
Dazu kommen zwei spannende Newcomer: Carney Chukwuemeka (Dortmund), mit 20 einer der Jüngsten im Kader, und Paul Wanner (PSV Eindhoven), der sich bewusst für Österreich statt Deutschland entschied. Beide überzeugten in den März-Testspielen. Diese Mischung aus Routine und Talent passt zu Rangnicks bevorzugtem, laufintensivem 4-2-2-2-System mit hohem Pressing.
Die Offensive: Arnautovic führt, Alternativen begrenzt
Im Sturm führt weiterhin kein Weg an Marko Arnautovic vorbei. Der Rekordtorschütze des Landes ist inzwischen Mitte 30, trifft aber weiterhin regelmäßig und dürfte vor allem gegen Jordanien und Algerien gesetzt sein – möglicherweise bei seinem letzten großen Turnier. Als Alternativen stehen Michael Gregoritsch (Augsburg) mit großer Laufstärke und der nach langer Verletzung zurückgekehrte Sasa Kalajdzic (LASK) bereit.
Das ist zugleich die dünnste Stelle des Kaders: Echte Top-Torjäger fehlen, die Offensivgefahr muss stark aus dem Mittelfeld und über die Flügel kommen. Gerade gegen tiefstehende Gegner kann das zur Geduldsprobe werden.
Wie weit kann Österreich kommen?
Rangnick selbst gab die Richtung vor: weiter kommen als bei der EM 2024, als im Achtelfinale gegen die Türkei Schluss war. In Gruppe J mit Argentinien, Algerien und Jordanien ist das realistische Ziel klar – Platz zwei hinter dem übermächtigen Weltmeister Argentinien. Gegen Jordanien ist Österreich Favorit, das Duell mit Algerien dürfte über den Aufstieg entscheiden.
Die Stärke liegt im eingespielten, tiefen Mittelfeld und Rangnicks klarem Spielprinzip; die Schwächen sind die Abhängigkeit von Alabas Fitness und die begrenzte Durchschlagskraft im Sturm. Der Sprung in die K.o.-Runde wird Österreich von den Buchmachern durchaus zugetraut – ein tiefer Lauf darüber hinaus wäre angesichts der Auslosung und der Offensivfrage allerdings eine Überraschung. Rangnicks Worte fassen es gut zusammen: Wenn alle gesund bleiben, ist diesem Kader einiges zuzutrauen.
Glücksspiel kann süchtig machen. In Österreich bieten unabhängige Stellen kostenlose und anonyme Beratung – etwa die Spielsuchthilfe (spielsuchthilfe.at). Sportwetten sind in Österreich je nach Bundesland über die Landesbehörde lizenziert; zugelassene Anbieter sind u. a. Win2day, Admiral, tipp3 und Interwetten. Teilnahme ab 18 Jahren.
Quellen: ÖFB (offizielle Kaderbekanntgabe), Sky Sport, olympics.com, eigene Recherche und Analyse (Stand 29.05.2026).
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