Formel 1 Gehälter 2026: Was Verstappen, Hamilton und die anderen Fahrer wirklich verdienen

Armin Schwarz
| veröffentlicht am: 19.04.26 (aktualisiert: 20.04.26)
geprüft von René Müller | 10 Min. Lesezeit
podium VERSTAPPEN Max (ned), Red Bull Racing RB18, portrait during the Formula 1 Rolex Belgian Grand Prix 2022, 14th round of the 2022 FIA Formula One World Championship from August 26 to 28, 2022 on the Circuit de Spa-Francorchamps, in Francorchamps, Belgium – Photo Antonin Vincent / DPPI (Photo by ANTONIN VINCENT / DPPI / DPPI via AFP)

Die Formel-1-Saison 2026 startet mit einem der gespaltensten Grids der jüngeren Geschichte – und mit Gehältern, die genau diese Spaltung spiegeln. An der Spitze verdient Max Verstappen rund 65 Millionen US-Dollar Grundgehalt bei Red Bull, während Rookies wie Isack Hadjar, Kimi Antonelli oder Gabriel Bortoleto mit Summen zwischen 500.000 und 2 Millionen Dollar einsteigen. Das sind Faktoren von 30 bis 130 zwischen Top und Bottom des Grids – und trotzdem sind alle Zahlen in diesem Artikel Schätzungen, weil Formel-1-Verträge zu den am besten gehüteten Geheimnissen des Sports zählen. Wir zeigen, was die verlässlichsten Quellen sagen, wo sie sich widersprechen, und warum die Gehalts-Hierarchie keineswegs mit der WM-Hierarchie identisch ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Spitzenverdiener 2026: Max Verstappen mit geschätzt 55-70 Millionen USD Grundgehalt, gefolgt von Lewis Hamilton (50-60 Mio. USD bei Ferrari) und George Russell (~35 Mio. USD bei Mercedes, vertraglich verlängert).
  • Die mittlere Schicht: Charles Leclerc (~30-34 Mio. USD), Lando Norris (~20-30 Mio. USD Grund + hohe Boni als WM-Kandidat), Fernando Alonso (~18-26 Mio. USD).
  • Die Rookie-Realität: Neueinsteiger wie Antonelli, Hadjar oder Bortoleto verdienen zwischen 500.000 und 2 Mio. USD – oft an der Untergrenze branchenüblicher F1-Minimum-Gagen.
  • Der versteckte Faktor Boni: Bei Forbes-Berechnungen verdient Lando Norris durch Performance-Boni (39,5 Mio. USD zusätzlich) mehr als Leclerc trotz niedrigerem Grundgehalt. „Total Earnings“ und „Basisgehalt“ sind zwei verschiedene Ranglisten.
  • Budget-Cap-Ausnahme: Fahrergehälter sind vom F1-Budget-Cap ausgenommen – Teams können Topfahrer praktisch unbegrenzt bezahlen. Das ist ein zentraler Grund für die schwindelerregenden Summen an der Spitze.
  • Korrelation mit WM-Quoten: Die Gehalts-Spitze deckt sich bis zu 80 Prozent mit den WM-Favoriten – aber nicht vollständig. Leclerc verdient mehr als Piastri, steht aber in den WM-Quoten deutlich dahinter.

Die Gehaltsliste 2026 nach Team

Alle Zahlen sind Schätzungen, basierend auf den übereinstimmenden Angaben mehrerer Branchenquellen (Forbes, RacingNews365, Motorsport Total, Gazzetta dello Sport, Independent). Wo sich Quellen widersprechen, geben wir die plausibelste Spanne an.

Red Bull Racing

Fahrer Grundgehalt (Schätzung) Besonderheiten
Max Verstappen 55-70 Mio. USD Vertrag bis 2028, höchstes Grundgehalt im Feld
Yuki Tsunoda 3-5 Mio. USD Aufstieg aus dem Schwester-Team

Der Gehaltsunterschied zwischen Verstappen und seinem Teamkollegen – faktisch Faktor 15 bis 20 – ist einer der größten zwischen zwei Fahrern desselben Teams in der F1-Geschichte. Das spiegelt Verstappens Status als vierfacher Weltmeister und Red Bulls zentraler Markenbotschafter.

Ferrari

Fahrer Grundgehalt (Schätzung) Besonderheiten
Lewis Hamilton 50-60 Mio. USD Vertrag seit 2025, mehrjährig
Charles Leclerc 30-34 Mio. USD Vertrag bis 2028

Ferrari ist das F1-Team mit dem höchsten Gehalts-Gesamtaufwand 2026 – die Summe der Fahrergehälter liegt bei rund 90 Millionen USD. Hamiltons Wechsel von Mercedes zu Ferrari Anfang 2025 war einer der spektakulärsten Transfers der Neuzeit, verband mit einem leicht reduzierten Grundgehalt (Gazzetta dello Sport sprach von einem Minus von rund 1,1 Millionen Dollar pro Jahr gegenüber seinem letzten Mercedes-Vertrag), aber mit starken Bonusklauseln und kommerziellen Vorteilen.

Mercedes

Fahrer Grundgehalt (Schätzung) Besonderheiten
George Russell 26-35 Mio. USD Vertragsverlängerung Oktober 2025, mindestens bis 2027
Kimi Antonelli ~2 Mio. USD Rookie, Ersatz für Hamilton

Russells Vertragsverlängerung vom Herbst 2025 brachte einen deutlichen Gehaltssprung – von etwa 15 Millionen USD in der Saison 2025 auf nun rund 35 Millionen Euro (etwa 37 Mio. USD). Damit katapultiert ihn Mercedes in die Top-3-Verdiener-Gruppe. Der Kontrast zu Antonelli ist extrem: Faktor 15 bis 17 zwischen Erstfahrer und seinem Rookie-Teamkollegen.

McLaren

Fahrer Grundgehalt (Schätzung) Besonderheiten
Lando Norris 20-30 Mio. USD Basis plus hohe Performance-Boni (Forbes: bis 39,5 Mio. USD)
Oscar Piastri 6-10 Mio. USD Neuer Vertrag laut Berichten in Vorbereitung

Norris ist das beste Beispiel dafür, warum „Gehaltsliste“ nicht identisch mit „Bestverdiener-Liste“ ist: Sein Grundgehalt liegt im oberen Mittelfeld, aber seine Performance-Boni als Titelanwärter heben ihn in Forbes-Gesamteinkommen auf Platz 3 – noch vor Leclerc. McLaren hat mit Norris und Piastri 2025 den Titelkampf entschieden gestaltet; ein neuer Piastri-Vertrag zu deutlich höheren Konditionen wird allgemein erwartet.

Aston Martin

Fahrer Grundgehalt (Schätzung) Besonderheiten
Fernando Alonso 18-26,5 Mio. USD Team-Senior, Weltmeister a.D.
Lance Stroll 3-13,5 Mio. USD Sohn des Teambesitzers

Die Aston-Martin-Gehaltsstruktur ist eine F1-Kuriosität. Alonso verdient trotz unterdurchschnittlicher Saisonleistung 2025 bis zu 26 Millionen USD – weil er als zweifacher Weltmeister Marketing-Wert mitbringt, unabhängig vom aktuellen Ergebnis. Lance Stroll bekommt ein Gehalt im niedrigen zweistelligen Millionenbereich; weniger wegen sportlicher Leistung, mehr wegen seiner Rolle als Sohn des Team-Eigentümers Lawrence Stroll.

Weitere Teams

Team Fahrer Grundgehalt (Schätzung)
Alpine Pierre Gasly 8-10 Mio. USD
Alpine Franco Colapinto / Jack Doohan 1-2 Mio. USD
Williams Alex Albon 5-8 Mio. USD
Williams Carlos Sainz 10-15 Mio. USD (Wechsel von Ferrari)
RB / Visa Cash App Isack Hadjar 1 Mio. USD (Rookie)
RB / Visa Cash App Liam Lawson 1-1,5 Mio. USD
Haas Oliver Bearman 1,5-2 Mio. USD
Haas Esteban Ocon 5-8 Mio. USD
Sauber / Audi Nico Hülkenberg 5 Mio. USD
Sauber / Audi Gabriel Bortoleto 0,5-1 Mio. USD (Rookie)

Warum die Zahlen so stark schwanken

Jeder Vergleich der F1-Gehaltslisten stößt auf das gleiche Problem: Formel-1-Teams veröffentlichen Fahrer-Verträge grundsätzlich nicht. Die Zahlen in den Medienberichten stammen aus unterschiedlichen Quellen mit unterschiedlichen Methoden:

Forbes basiert auf verfügbaren Dokumenten, Presseberichten und Gesprächen mit Paddock-Insidern. Forbes trennt zwischen Grundgehalt, Bonuszahlungen und Werbeeinnahmen – das gibt das genaueste Gesamtbild, ist aber methodisch am meisten von Quellen abhängig, die auch falsch liegen können.

RacingNews365 liefert konservative Schätzungen der Basisgehälter, ohne Boni. Die Zahlen sind meist niedriger als Forbes-Angaben, aber näher an dem, was wirklich im Vertrag steht.

Gazzetta dello Sport / Independent / La Repubblica bringen oft spezifische Team-Enthüllungen (besonders Ferrari und Mercedes), die einzeln präziser sein können als Gesamtlisten – aber kein vollständiges Bild bieten.

Statista aggregiert Branchendaten und liefert Konsens-Schätzungen, die oft eine stabile Mitte zwischen den verschiedenen Quellen darstellen.

Was heißt das für die Zahlen in diesem Artikel? Wir geben Spannen statt Punktwerte. Verstappens „55 bis 70 Millionen USD“ ist keine Unentschiedenheit, sondern die ehrliche Widerspiegelung der Streuung zwischen verlässlichen Quellen. Wer eine Quelle präzise zitiert sehen möchte, findet Forbes und RacingNews365 am nachvollziehbarsten.

Grundgehalt, Boni und Sponsorengelder: Drei getrennte Einkommensschichten

Das „Gehalt“ eines Formel-1-Fahrers setzt sich aus drei separaten Komponenten zusammen, die in den Schlagzeilen oft zusammengeworfen werden:

1. Basisgehalt (Fixum). Das ist der im Teamvertrag festgeschriebene Jahreslohn. Garantiert, unabhängig von Ergebnis.

2. Performance-Boni. Abhängig von sportlichen Leistungen: WM-Punkten, Podien, Siegen, Konstrukteursrang, Team-Zielen, PR-Aufgaben. Bei Topfahrern können Boni das Grundgehalt verdoppeln (Norris-Beispiel: Forbes schätzt 18 Mio. Basisgehalt + 39,5 Mio. Boni = 57,5 Mio. Total Earnings).

3. Persönliche Sponsorendeals. Unabhängig vom Team. Hamilton hat Verträge mit Tommy Hilfiger, Monster, IWC Schaffhausen. Verstappen mit Red Bull-nahen Marken. Alonso mit Kimoa (seiner eigenen Modemarke). Diese Einnahmen sind oft zweistellig in Millionen und werden in Gehaltslisten meist nicht eingerechnet.

Hamilton ist das prominenteste Beispiel für die kumulierte Wirkung: Forbes schätzt seine Total Earnings 2025 auf 70,5 Millionen USD (Grundgehalt 55 Mio. + Boni 15,5 Mio.). Plus geschätzte 15 bis 20 Millionen aus persönlichen Sponsorendeals. Das bringt ihn insgesamt auf rund 85 bis 90 Millionen Dollar pro Jahr – und macht ihn zum bestverdienenden Formel-1-Fahrer überhaupt, wenn man alle Einnahmen zusammenrechnet, nicht nur das Grundgehalt.

Der Budget-Cap und warum er Gehälter nicht bremst

Seit 2021 gilt in der Formel 1 ein Team-Kostenlimit, das 2026 bei rund 135 Millionen USD pro Team pro Jahr liegt. Viele Fans fragen sich: Wie passen 65-Millionen-Verträge dazu?

Die Antwort: Fahrergehälter sind vom Budget-Cap explizit ausgenommen. Weitere ausgeschlossene Kostenblöcke:

  • Gehälter der drei höchstbezahlten Teammitglieder (meist Teamchef, Technikdirektor, Chefingenieur)
  • Marketing- und PR-Ausgaben
  • Antriebsentwicklung (separater Power-Unit-Cap)
  • Reisekosten
  • Teilweise Fahrer-bezogene Ausgaben wie Training, Personal Trainer

Diese Ausnahmen bedeuten: Teams können sich Topfahrer leisten, ohne dass es ihren Entwicklungsetat beschneidet. Ein großer Teil der Gehaltsinflation an der Spitze ist direkte Folge dieser Regelung – Spitzenfahrer werden faktisch „unbegrenzt“ bezahlt, während die technischen Entwicklungen bei 135 Millionen gedeckelt sind.

Kritiker argumentieren, dass dies die Gehälter zu einem Wettbewerbsvorteil reicher Teams macht – Aston Martin (finanziert durch Lawrence Stroll) kann Alonso 26 Millionen zahlen, während ein kleineres Team wie Haas seine Fahrer-Gesamtkosten auf 10 Millionen halten muss.

Rookies 2026: Das Untere Ende der Skala

Die neuen Saison-2026-Teilnehmer zeigen die andere Seite der F1-Wirtschaft: Fahrer, die froh sind, überhaupt ein Gehalt zu bekommen, und die oft mit persönlichen Sponsoren (meist nationaler Herkunft) zum Team kommen müssen.

Kimi Antonelli (Mercedes, Italiener, 19 Jahre): Geschätzt 2 Millionen USD. Einstiegsgehalt, aber mit klarem Aufstiegspotenzial – Mercedes hat ihn seit Jahren im Nachwuchsprogramm und sieht in ihm den langfristigen Russell-Nachfolger oder Nebenmann.

Isack Hadjar (Visa Cash App RB, Franzose, 21 Jahre): Geschätzt 1 Million USD. Aufsteiger aus dem F2-Nachwuchs; Red-Bull-Junior.

Gabriel Bortoleto (Sauber/Audi, Brasilianer, 21 Jahre): Geschätzt 0,5 bis 1 Million USD. F2-Champion 2024, McLaren-Nachwuchsfahrer, der jetzt bei Sauber startet.

Oliver Bearman (Haas, Brite, 20 Jahre): Geschätzt 1,5 bis 2 Millionen USD. Ferrari-Nachwuchsfahrer, hat 2024 als Ersatz für Carlos Sainz ein F1-Debüt gegeben.

Vergleich zum Feld-Durchschnitt: Ein durchschnittlicher F1-Fahrer verdient 2026 grob geschätzt 8 bis 12 Millionen USD – Topverdiener ziehen diesen Durchschnitt nach oben, Rookies ziehen ihn nach unten. Die Medianvergütung (also der mittlere Wert, der die Verzerrung durch Extremwerte ausschließt) liegt realistisch bei 5 bis 8 Millionen USD.

Korrelation Gehalt und WM-Chance 2026: Der Wett-Winkel

Eine Frage, die für Motorsport-Interessierte relevant ist: Verdienen die WM-Favoriten am meisten? Die Antwort ist: tendenziell ja, aber nicht deckungsgleich.

WM-Wettquoten 2026 (Stand Mitte April, Spannen über verschiedene Anbieter):

Fahrer WM-Quote Implizite Wahrscheinlichkeit Grundgehalt Ranking
Lando Norris ~2,00 ~50 % Platz 5-6
Max Verstappen ~3,00 ~33 % Platz 1
Oscar Piastri ~4,50 ~22 % Platz 9-10
George Russell ~10,00 ~10 % Platz 3-4
Charles Leclerc ~15,00 ~7 % Platz 4-5
Lewis Hamilton ~25,00 ~4 % Platz 2

Die Beobachtung:

  • Norris ist WM-Favorit, aber nur Platz 5-6 beim Grundgehalt. Sein Gesamteinkommen via Performance-Boni gleicht das aus.
  • Hamilton verdient Platz 2 im Grundgehalt, hat aber nur ~4 % implizite WM-Chance. Das zeigt: Gehalt spiegelt Markenwert und Vertragshistorie, nicht aktuelle Form.
  • Piastri ist Top-3-WM-Kandidat, verdient aber nur Platz 9-10 – klassische Situation eines Talents vor seinem nächsten Vertrag.
  • Verstappen ist sowohl WM-Mitfavorit als auch Top-Verdiener – dort stimmt die Korrelation.

Für Wettinteressierte heißt das: Wer Gehalt als Indikator für WM-Chance betrachtet, liegt nur zu 60 bis 70 Prozent richtig. Besser ist es, Grundgehalt mit aktueller Saisonform zu kombinieren – dann ergeben sich die echten Wett-Kandidaten.

Historischer Kontext: Wie Gehälter über die Jahre gestiegen sind

Zum Vergleich: Michael Schumachers Gehalt in seinen besten Ferrari-Jahren (2001-2004) lag bei 30 bis 35 Millionen Dollar pro Jahr. Verstappens heutige 55 bis 70 Millionen sind inflationsbereinigt etwa das Doppelte – und beruhen auf einem Grid mit deutlich höheren Medienrechten, globalerem Publikum und neuen Sponsoren-Verträgen.

Schumachers Gesamtkarriere-Einkommen wird auf über eine Milliarde US-Dollar geschätzt – das ist bis heute der Branchenrekord und wird voraussichtlich erst durch Hamilton oder Verstappen übertroffen (beide nähern sich nach 2025 den 900 Millionen Dollar Lifetime-Earnings, inklusive Sponsoring).

Häufige Fragen

Sind diese Zahlen offiziell bestätigt? Nein. F1-Teams bestätigen Fahrer-Gehaltsdetails grundsätzlich nicht. Alle hier genannten Zahlen sind Schätzungen aus renommierten Branchenquellen wie Forbes, RacingNews365, Motorsport Total und italienischen Sportmedien.

Warum verdient Verstappen mehr als Hamilton, obwohl Hamilton mehr WM-Titel hat? Weil Gehälter aktuelle Marktwerte reflektieren, nicht historische Erfolge. Verstappens Dominanz 2021-2024 gab Red Bull den Verhandlungsdruck, ihn mit einem Megavertrag zu binden – Hamiltons Ferrari-Deal wurde 2024 in einer Phase verhandelt, in der sein Marktwert nach der schwierigen 2023-Saison relativ gesunken war.

Was ist der Unterschied zwischen „Grundgehalt“ und „Gesamteinkommen“? Grundgehalt (Fixum) ist der festgeschriebene Jahreslohn aus dem Teamvertrag. Gesamteinkommen (Total Earnings) beinhaltet zusätzlich Performance-Boni (WM-Punkte, Siege) und oft auch Werbeeinnahmen. Bei Norris beträgt der Unterschied rund 40 Millionen Dollar.

Gilt der F1-Budget-Cap auch für Fahrergehälter? Nein. Fahrergehälter sind vom 135-Millionen-Cost-Cap explizit ausgenommen, ebenso wie Marketing-Ausgaben und die Gehälter der drei höchstbezahlten Teammitglieder. Deshalb können Topfahrer Summen verdienen, die deutlich über dem Gesamtetat kleinerer Teams liegen.

Verdient ein Formel-1-Fahrer an Preisgeld? Direktes Preisgeld pro Rennen gibt es in der F1 nicht – anders als Tennis oder Golf. Erfolgsabhängige Einnahmen laufen komplett über Boni im Fahrervertrag mit dem Team. Das Konstrukteursteam bekommt allerdings Preisgeld von der FIA/F1-Muttergesellschaft, das sich aus WM-Platzierungen ergibt.

Wie werden Gehälter bei einem Team-Wechsel verhandelt? Fahrer-Agenten (wie Raymond Vermeulen für Verstappen, Nicolas Todt für Leclerc) verhandeln Grundgehälter, Bonus-Klauseln, Austrittsoptionen, Sponsoren-Einbindung und teilweise Teamzusagen zu technischen Ressourcen. Die Verhandlungen finden in der Regel 1 bis 2 Jahre vor Vertragsbeginn statt.

Warum sind Rookie-Gehälter so niedrig? F1-Teams haben einen enormen Angebot-Überhang junger Talente – Dutzende F2-Fahrer wollen jedes Jahr ins F1-Feld. Das drückt die Einstiegsgehälter. Rookies mit starken nationalen Sponsoren (Stroll, Bortoleto) haben sogar oft „Pay-Driver“-Arrangements, bei denen ihre persönlichen Partner Teile des Teamgehalts kompensieren.

Welcher Fahrer hat im Gesamtkarriere-Verdienst den Rekord? Michael Schumacher mit über 1 Milliarde USD Lifetime-Earnings einschließlich Sponsoring. Hamilton und Verstappen nähern sich diesem Wert, überholen ihn aber erst, wenn sie noch einige Jahre auf Topniveau weiterfahren.

Das Wichtigste zum Mitnehmen:

  • Die F1-Gehaltsspanne ist extrem. Verstappen verdient rund 130-mal so viel wie die niedrigstbezahlten Rookies. Das ist eine der extremsten Einkommensverteilungen im professionellen Sport.
  • Alle Zahlen sind Schätzungen. Formel-1-Verträge sind vertraulich. Wer eine präzise Zahl will, wird sie nirgendwo verlässlich bekommen – Spannen sind die ehrlichere Darstellung.
  • Grundgehalt und Gesamteinkommen sind zwei verschiedene Ranglisten. Lando Norris ist bei Forbes-Total-Earnings auf Platz 3, beim Grundgehalt nur Platz 5 oder 6. Performance-Boni und Sponsorengelder verschieben die Reihenfolge erheblich.
  • Der Budget-Cap schützt Topfahrer, nicht Technik. Fahrergehälter sind ausgenommen – das ist einer der Gründe, warum Topfahrer weiterhin Summen verdienen, die bei anderen Kostenblöcken längst gekappt wären.
  • Hamilton bleibt im Gesamteinkommen wahrscheinlich die Nummer 1. Kombinierst du Grundgehalt, Boni und persönliche Sponsoren-Deals, kommt Hamilton auf geschätzt 85 bis 90 Millionen pro Jahr – und bleibt damit an der Spitze, obwohl Verstappen beim reinen Grundgehalt höher liegt.

Sportwetten können süchtig machen. Wetten auf Saisonsieger in der Formel 1 (wie die WM 2026) binden das eingesetzte Kapital über viele Monate, die Ergebniskontrolle ist eingeschränkt, und die Gehaltsliste ist kein guter Indikator für WM-Chancen – wer diese Zusammenhänge ignoriert, riskiert strukturelle Fehlentscheidungen. Kostenlose und anonyme Beratung bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): 0800 1 37 27 00 (Montag bis Donnerstag 10-22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10-18 Uhr). Online-Informationen und Selbsttest unter check-dein-spiel.de.

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Armin Schwarz - Chef-Analyst & Sportwetten-Experte |
Armin Schwarz Armin Schwarz ist Chef-Analyst und Sportwetten-Experte bei Sportwetten24. Seit 2012 in der iGaming-Branche tätig, bringt er unter anderem drei Jahre Erfahrung als Quoten-Analyst auf Buchmacher-Seite mit. Sein Schwerpunkt liegt auf mathematischer Quoten-Analyse, Value-Betting-Strategien und systematischen Anbieter-Tests. Armin hat über 50 Sportwetten-Anbieter auf Quoten-Qualität, Margenstruktur und Limit-Politik geprüft. Er hält einen B.Sc. in Mathematik von der Universität Heidelberg und arbeitet von dort aus.
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