Konkreter US-Vorschlag: Italien statt Iran bei der WM?

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 3 Min. Lesezeit
Laufen Moise Kean und die Italiener vielleicht doch bei der WM 2026 auf?

Der Fußball liebt seine absurden Geschichten – doch dieser Vorschlag sprengt selbst für WM-Verhältnisse den Rahmen. Kurz vor der FIFA WM 2026 macht ein politisch motivierter Plan die Runde: Italien statt Iran bei der Weltmeisterschaft?

Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, ist tatsächlich ernsthaft ins Spiel gebracht worden – allerdings mit äußerst geringen Erfolgsaussichten.

Der Auslöser: Ein politischer Vorstoß aus den USA

Im Zentrum der Debatte steht Paolo Zampolli, ein Sonderbeauftragter von Donald Trump.

Er hat laut Berichten vorgeschlagen, dass Italienische Nationalmannschaft anstelle von Iranische Nationalmannschaft an der WM teilnehmen soll. Seine Begründung klingt fast nostalgisch: Italien sei viermaliger Weltmeister und habe „das historische Gewicht“, um bei einem Turnier in den USA dabei zu sein.

Doch hinter dem Vorschlag steckt mehr als nur Fußballromantik. Laut Berichten geht es auch um politische Motive – etwa um diplomatische Beziehungen zwischen den USA und Italien.

Der Hintergrund: Unsicherheit rund um Iran

Die Diskussion kommt nicht aus dem Nichts.

Rund um die Teilnahme Irans gibt es seit Monaten Unsicherheiten:

  • politische Spannungen mit den USA
  • Sicherheitsbedenken rund um das Turnier
  • zwischenzeitliche Überlegungen Irans, nicht teilzunehmen

Teilweise stand sogar im Raum, Spiele in andere Länder zu verlegen.

Trotzdem ist der aktuelle Stand eindeutig: Iran hat sich sportlich qualifiziert und plant weiterhin die Teilnahme. Auch FIFA-Präsident Gianni Infantino stellte zuletzt klar, dass das Team erwartet wird.

Italien: Sportlich gescheitert – politisch plötzlich im Spiel?

Der eigentliche Kuriositätsfaktor liegt bei Italien selbst.

Die „Azzurri“ haben sich sportlich nicht qualifiziert – nach einer Niederlage in den Playoffs. Und trotzdem taucht ihr Name plötzlich wieder im WM-Kontext auf. Das wirkt wie ein Bruch mit einem Grundprinzip des Fußballs: Qualifikation entscheidet – nicht Tradition.

Natürlich wäre Italien als viermaliger Weltmeister ein sportlicher Gewinn für jedes Turnier. Doch genau das macht den Vorschlag so problematisch: Er stellt die sportliche Integrität infrage.

Wie realistisch ist das Szenario?

Kurz gesagt: praktisch null.

Es gibt mehrere Gründe:

  1. FIFA-Regularien
    Ein Austausch qualifizierter Teams ist nur unter extremen Umständen möglich – etwa bei Rückzug oder Ausschluss.
  2. Iran ist qualifiziert und eingeplant
    Aktuell gibt es keine offizielle Entscheidung über einen Rückzug oder Ausschluss.
  3. Ersatz wäre wahrscheinlich regional
    Falls es tatsächlich zu einem Ersatz käme, würde dieser eher aus derselben Konföderation stammen – also aus Asien, nicht Europa.
  4. Politische Einflussnahme ist begrenzt
    Selbst wenn politische Stimmen laut werden: Die FIFA entscheidet – nicht Regierungen.

Mehr Politik als Fußball

Der Vorschlag zeigt vor allem eines: Wie stark sich Fußball und Politik inzwischen überlagern.

Die Idee, Italien einzusetzen, ist weniger sportlich begründet als vielmehr:

  • diplomatisch motiviert
  • symbolisch aufgeladen
  • medial wirksam

Das macht sie interessant – aber nicht realistisch.

Fazit: Große Schlagzeile, kaum Substanz

Die Vorstellung, dass Italien plötzlich zur WM fährt, während Iran draußen bleibt, sorgt für Aufmerksamkeit – aber nicht für echte Bewegung im Turnierplan.

Stand jetzt gilt:

  • Iran ist qualifiziert und eingeplant
  • Italien bleibt Zuschauer

Der Vorstoß von Zampolli ist damit vor allem eines: eine kuriose Randnotiz im Vorfeld der WM – mehr politisches Signal als sportliche Option.

Man könnte auch sagen: Ein Vorschlag, der Schlagzeilen produziert – aber kaum Chancen hat, jemals Realität zu werden.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.
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