Für Hertha ist der Traum vom Aufstieg in dieser Saison endgültig geplatzt. Nachdem die Truppe von Stefan Leitl in Braunschweig zwei weitere Punkte hat liegen lassen (1:1) beträgt der Abstand zum oberen Relegationsplatz drei Spieltage vor Saisonende jetzt sieben Punkte; das war´s. Das Spiel bei der Eintracht fasste im Grunde die ganze Saison zusammen: Man macht aus der eigenen Überlegenheit nichts, lässt etliche Chancen liegen – zur Pause hätte man im Grunde 2:0 oder 3:0 führen müssen – und dann bringt man die knappe Führung nicht nach Hause. Die Rote Karte gegen den 16jährigen Kennet Eichhorn (73.), den nun jüngsten Rotsünder der Zweitliga-Geschichte, drehte das Spiel, der Ausgleichstreffer fiel fünf Minuten später. Holstein Kiel, Herthas nächster Gegner, hat es zuletzt deutlich besser gemacht: Die Störche gewannen ihre letzten beiden Spiele und bräuchten jetzt nur noch einen Erfolg, um den Klassenerhalt in trockene Tücher zu bekommen.
Holstein Kiel gewann am vergangenen Freitag sein Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 3:0. Matchwinner war Umut Tohumcu, der das 1:0 erzielte und zum 3:0 auflegte.
Die anstehende Samstagspartie im Berliner Olympiastadion beginnt dann um 13 Uhr.
Hertha BSC gegen Holstein Kiel: Leitl-Elf trifft auf Störche im Aufwind
Hertha hat jetzt auf dem 6. Tabellenplatz 48 Punkte; das sind sieben Zähler Rückstand zur SV Elversberg auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz. Da käme man also nur noch ran, wenn Hertha alle ausstehenden Spiele gewinnen und Elversberg zwei davon verlieren und keines gewinnen würde. Beides wird nicht passieren.
Hertha BSC Ausfälle: Kennet Eichhorn (gesperrt)
Holstein Kiel hat sich nach den jüngsten beiden Erfolgen ordentlich Luft verschafft. Mit jetzt 35 Punkten ist man auf dem 12. Platz nicht mehr weit vom Saisonziel Klassenerhalt entfernt.
Um völlig sicher zu gehen, bräuchte man noch fünf Zähler; die drei Punkte für einem Auswärtssieg bei Hertha würden vermutlich auch schon reichen. Der Vorsprung zum unteren Relegationsplatz beträgt momentan vier Punkte.
Holstein Kiel Ausfälle: Patrick Erras, Carl Johansson (beide verletzt)
Hertha BSC – Holstein Kiel Taktik: Stefan Leitl gegen Tim Walter
Die Leitl-Elf lief auch zuletzt immer im gewohnten 4-2-3-1-System auf, mit Reese, Cuisance und Winkler hinter der Sturmspitze (Kownacki oder Schuler). Das sollte eigentlich für ausreichend offensive Durchschlagskraft sorgen, tut es aber nicht. Hertha dominiert das Spiel, erarbeitet sich Chance um Chance, macht die Bälle aber nicht rein.
Die Störche stehen unter Tim Walter meist ähnlich wie Hertha; gegen Kaiserslautern aber in einem 4-1-4-1, mit Tohumcu auf am rechten Ende der offensiven Viererkette. Bei Kiel lief zuletzt viel über die rechte Seite, da muss die Leitl-Elf also etwas aufpassen.
Hertha BSC – Holstein Kiel: Der direkte Vergleich (h2h)
Hertha und Kiel standen sich erst zwölfmal gegenüber, wobei die Berliner mit acht zu drei Siegen eindeutig besser abschnitten; einmal gab es keinen Sieger.
Die Mehrzahl der Partien liegen auch schon längere Zeit zurück (2002 und früher). Wir führen hier nur die drei Ergebnisse jüngeren Datums im Einzelnen auf:
- Kiel – Hertha: 0:1 (29.11.2025)
- Hertha – Kiel: 2:2 (01.03.2024)
- Kiel – Hertha: 2:3 (24.09.2023)
Hertha BSC vs. Holstein Kiel: Die Wettquoten
Hertha ist hier aus Sicht der Wettanbieter der klare Favorit. Die Berliner erhalten Heimsieg-Quoten von um 1.90, für die Gäste aus Kiel werden dagegen Quoten von 3.40 bis fast 3.70 gebucht.
Die Quoten für den Tipp auf das Unentschieden liegen bei 3.80 und etwas darüber.
Die Formkurve: Hertha BSC ohne Effizienz und Fortune
Hertha schöpft im Saisonfinale wie in der ganzen Spielzeit seine Möglichkeiten nicht aus. Bei dem Kader hätte unbedingt mehr drin sein müssen als ein 6. Tabellenplatz. Die Leitl-Elf dominiert nicht selten ihre Spiele, lässt aber zu viele Chancen liegen, ist manchmal auch zu passiv und wird dann dafür bestraft.
So wie am vergangenen Samstag in Braunschweig, wo nach 73 Minuten eigentlich hätte alles klar sein müssen, Hertha hätte zu dem Zeitpunkt gerechnet nach Chancen mindestens 3:0 führen müssen. Dann fängt man sich die Rote Karte und konnte am Ende froh sein, wenigstens noch den einen Punkt gerettet zu haben.
Hertha hat Potenzial, nach wie vor, macht aber nichts draus. Zudem hat die Leitl-Elf keine Heimstärke: Erst fünf Partien konnte die Alte Dame im Olympiastadion für sich entscheiden, hinzu kommen fünf Remis und fünf Niederlagen hier. Auch in der Rückrunde hat Hertha zuhause schon zweimal verloren.
Die Formkurve: Holstein Kiel mit klarer Aufwärtstendenz
Bei Holstein Kiel hat sich der Trainertausch definitiv bezahlt gemacht. Mit Tim Walter konnte die KSV an den letzten vier Spieltagen satte zehn Punkte einfahren. Damit ist für die Störche, die am 26. Spieltag noch auf einem direkten Abstiegsplatz standen, der Klassenerhalt nun zum Greifen nahe.
Kiel konnte seine letzten beiden Auswärtsspiele für sich entscheiden. Hertha sei gewarnt.
Wett-Tipp & Prognose: Hertha BSC – Holstein Kiel (25.04.26)
Hertha ist von seinen Möglichkeiten her etwas stärker einzuschätzen als Kiel. Auch das Hinspiel konnte die Leitl-Truppe knapp mit 1:0 für sich entscheiden; damals noch mit Marcel Rapp auf Kiels Trainerbank.
Aktuell zeigt die Formkurve der KSV mit Tim Walter aber steil nach oben, während die Berliner sich zuletzt zu ineffizient und unentschlossen zeigten.
Wir tendieren hier zu einer Doppelte Chance X2-Wette, bleiben aber vorsichtig und ziehen uns auf einen Tipp auf die individuellen Toranzahlen zurück, die keinen Ausgang der Dreiwegwette ausschließt:
Hertha schießt bei Heimspielen meist nicht so viele Tore; Kiel hat in der Rückrunde bei seinen Auswärtsspielen mit einer Ausnahme (Darmstadt) immer getroffen, in den letzten beiden Auswärtspartien zusammen waren es fünf Treffer.
Unser Tipp: Hertha UNTER 2,5 Tore + Kiel ÜBER 0,5 Tore. Die Quote: 1.90.



