Peinlich: Olympische Bob-Bahn in Cortina jetzt schon kaputt!

Simon Schneider
geprüft von Lukas Stratmann | 3 Min. Lesezeit
Geldverschwendung und Blamage: Die nagelneue Bob-Bahn ist Cortina ist jetzt schon nicht mehr zu gebrauchen!

Kaum sind die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo vorbei, da sorgt ein bitterer Befund für Empörung: Die extra für die Spiele errichtete Bob-, Skeleton- und Rodelbahn im Cortina Sliding Centre ist innerhalb weniger Tage nach der Abschlusszeremonie so stark beschädigt, dass sie nicht mehr einsatzfähig ist. Der Zustand der Anlage lässt nicht nur Sportfunktionäre, sondern auch viele Beobachter kopfschüttelnd zurück – ein teures Prestigeprojekt droht zum Sinnbild für Verschwendung zu werden.

Millionenschäden und unbrauchbare Anlage

Beinahe unmittelbar nachdem am 22. Februar 2026 die Olympischen Ringe von den Bauwerken in Cortina entfernt wurden, machten Experten eine ernüchternde Bestandsaufnahme: Verbogene Rohre, durchtrennte Kabel, zerstörte Schutzgeländer, beschädigte Messgeräte und nicht gesicherte Innenbereiche prägen das Bild der einst als „Aushängeschild“ beworbenen Bahn. Allein der Schaden wird auf über eine Million Euro geschätzt. Als Folge kann nicht einmal die für Anfang März geplanten italienischen Bob-, Skeleton- und Rodelmeisterschaften dort stattfinden.

Bürgermeister Gianluca Lorenzi bestätigte den Eingang des detaillierten Expertenberichts, während die Verantwortlichen der Stiftung Milano-Cortina 2026 betonten, dass die Bahn „ordnungsgemäß übergeben“ werde. Ob und wie schnell dies geschehen kann, ist bislang offen – und viele Beobachter bezweifeln, dass eine funktionsfähige, sichere Nachnutzung ohne erhebliche zusätzliche Investitionen möglich ist.

Ein Prestigeprojekt mit bitterer Bilanz

Die neue Bahn war eine der auffälligsten Neubauten der Winterspiele. Insgesamt kostete der Bau des Sliding Centre laut Berichten mehr als 133 Millionen Euro – deutlich mehr als ursprünglich geplant. Die Anlage sollte nicht nur die Olympischen Wettbewerbe beherbergen, sondern auch ein Vermächtnis für den Wintersport vor Ort sein, mit internationalen Rennen und Trainingsmöglichkeiten für Athleten.

Dass sie nun nahezu unbrauchbar ist, bevor sie wortwörtlich ihren Dienst über längere Zeit leisten konnte, wirkt nicht nur wie ein symbolischer Schlag gegen die Glaubwürdigkeit der Spiele — es wirft auch Fragen nach Planung, Qualitätssicherung und langfristiger Vision auf. Besonders im Kontext früherer italienischer Bob- und Rodelbahnen, die nach vergleichsweise kurzer Lebenszeit ebenfalls in Verfall geraten sind, entsteht der Eindruck eines systematischen Problems im Olympia-Bauwesen des Landes.

Legacy-Debatte: Nachhaltigkeit oder Prestige?

Schon vor den Spielen war Kritik laut geworden, dass gigantische Bauprojekte oft nicht nachhaltig seien – etwa weil für den Bau Bäume gerodet oder große Landschaftsflächen verändert wurden, während Umweltprüfungen teils umgangen wurden. Solche Debatten wurden vor allem rund um große Infrastruktur-Investitionen geführt und zeigen, wie stark Olympia auch im Zeichen von Klimafragen und langfristiger Nutzung steht.

Die zerstörte Bobbahn wird nun zum Symbol dieser Probleme: Ein Ort, der in Rekordzeit errichtet wurde, enorme Kosten verursachte und kaum mehr als wenige Wochen im Rampenlicht stand — bevor massive Schäden seine weitere Nutzung unmöglich machten. Es entsteht der Eindruck, dass der kurzfristige Prestigegewinn die langfristige Funktion und Nachhaltigkeit überlagert hat.

Blick nach vorn

Während italienische Verbände nun versuchen, die Schäden zu beheben und diskutieren, wie und in welchem Zustand die Bahn langfristig betrieben werden soll, bleibt die Frage, wie viele zusätzliche Steuergelder und Investitionen nötig sein werden, um den Erwartungen an ein sportliches Erbe auch nur annähernd gerecht zu werden.

So könnte aus einem Symbol des olympischen Stolzes schnell ein mahnendes Beispiel dafür werden, wie teurer Aktionismus ohne strategischen Nachnutzungsplan in eine politische und finanzielle Belastung umschlägt – zum Ärger vieler Steuerzahler, Sportfans und Athleten gleichermaßen.

Simon Schneider - Chefredakteur & News-Experte
Simon Schneider Simon Schneider ist Chefredakteur und News-Experte bei Sportwetten24. Mit über 15 Jahren Erfahrung im Sportjournalismus verantwortet er die redaktionelle Qualität des gesamten Portals. Simons Stärke liegt in der sportartübergreifenden Analyse: Von Fußball und Esports über Tennis und MMA bis zu Wintersport und Politik-Wetten deckt er das breiteste Themenspektrum im Team ab. Intern überzeugt er regelmäßig mit einer der stabilsten Erfolgsquoten. Er hält einen B.A. in Journalistik von der Universität Leipzig und arbeitet von dort aus.
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