Nübel-Abgang zum Nullarif: Heidel will nicht der Sündenbock sein

Heidel Nübel

Bei den Abgängen von Leon Goretzka und Alexander Nübel war und ist Schalke der große Verlierer. Ex-Sportvorstand Christian Heidel will sich aber nicht die Schuld in die Schuhe schieben lassen. (Foto: foto2press)

Die Nachricht war rund um den Jahreswechsel für alle Schalke-Fans ein kleiner Schock: Alexander Nübel wechselt nach der laufenden Saison zum FC Bayern! Damit verliert Schalke nicht nur eine Identifikationsfigur – sondern auch das wohl größte deutsche Torwart-Talent der vergangenen Jahre. Und als wenn das nicht schlimm genug wäre, kommt noch die Tatsache hinzu, dass die Königsblauen keinen einzigen Cent an Ablösesumme sehen. Nübels Vertrag läuft im Sommer aus, der 23-Jährige verlässt Schalke zum Nulltarif. Wie konnte das passieren? In Gelsenkirchen sieht man die Schuld vor allem bei Ex-Sportvorstand Christian Heidel. Der lehnt die Rolle des Sündenbocks aber ab.

Wenn begehrte Spieler den Verein verlassen, dann bleibt dem ehemaligen Arbeitgeber in den meisten Fällen zumindest ein Trostpflaster: eine Ablösesumme in Millionenhöhe. So konnte Borussia Dortmund im Jahr 2017 beispielsweise den unrühmlichen Angang von Ousmane Dembele verschmerzen. Der FC Barcelona legte für das Mega-Talent rund 150 Millionen Euro auf den Tisch.

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Warum wurde Nübel nicht frühzeitig ein neuer Vertrag angeboten?

Ganz so hoch ist der Marktwert von Alexander Nübel zwar nicht, aber Schalke 04 geht durch den ablösefreien Wechsel trotzdem viel Geld durch die Lappen. Warum nur haben die Verantwortlichen auf Schalke einem so talentierten Profi keinen langfristigen Vertrag gegeben?

Nübel selbst hat bereits vor Monaten zugegeben, dass es “eine Phase gab, in der ich meinen Vertrag ohne Weiteres sofort verlängert hätte”. Das war in der letzten Saison, als Nübel zu Beginn noch als klare Nummer zwei hinter Ralf Fährmann galt.

Wagner machte Nübel zum Kapitän

Dann aber geriet Schalke in eine sportliche Krise – und der damalige Trainer Domenico Tedesco entschied sich zu einem Torwartwechsel. Innerhalb kürzester Zeit spielte Alexander Nübel sich danach ins Rampenlicht. Und erst zu diesem Zeitpunkt kam Schalke plötzlich auf die Idee, dem Keeper ein neues Arbeitspapier anzubieten.

Allerdings hatten sich die Voraussetzungen grundsätzlich geändert. Nübel war plötzlich nicht nur die Nummer eins im Schalker Tor – sondern auch in den Notizbüchern diverse Top-Vereine in Europa. Schalke versuchte im vergangenen Sommer nochmal alles, der neue Coach David Wagner machte den 23-Jährigen sogar zum Kapitän – alles ohne Erfolg.

Heidel verweist auf finanzielle Unterschiede

“Christian Heidel hat die Vertragsverlängerung verpennt” – das ist der gängige Tenor auf Schalke, egal wen man zu dem Thema fragt. Der 56-Jährige war bis vor einem Jahr noch Sportvorstand auf Schalke und wäre definitiv zuständig gewesen.

Aber Heidel mag nicht der Sündenbock sein, wie er jetzt in einem Interview betonte: “Ob Goretzka, Matip, Kolasinac oder jetzt Nübel – die Top-Spieler gehen eben zu Clubs wie Bayern, Arsenal oder Liverpool. Rein wirtschaftlich ist das eben eine andere Liga, da hat Schalke keine Chance.”

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“Kann kein Geld drucken”

Auch das Thema Goretzka ist heikel. Der Mittelfeldspieler war schon im Jahr 2018 – genau wie jetzt Alexander Nübel – ablösefrei zu den Bayern gewechselt. Auch dieses Desaster wird Heidel von vielen Schalkern in die Schuhe geschoben. Heidel wehrt sich: “Bei Goretzka habe ich alles versucht, über viele Monate. Aber ich kann eben auch kein Geld drucken.”

Ob man Heidel demnächst wieder in leitender Funktion in der Bundesliga erleben wird, ist fraglich. Der Ex-Manager von Mainz 05 hat sich durch seine Zeit auf Schalke nicht nur seine Reputation versaut, sondern ist auch gesundheitlich angeschlagen. Im vergangenen Sommer erlitt Heidel einen Schlaganfall.

 

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