Bundesliga, 33. Spieltag: Hamburgs letzte Chance

Hamburg gewinnt 1:0 gegen Freiburg und schöpft neue Hoffnung
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Der Hamburger SV muss am vorletzten Spieltag in der Fußball Bundesliga auswärts bei Eintracht Frankfurt ran. Für den HSV ist es ein vorgezogenes Finale in Sachen Abstiegskampf. Mit einem Sieg würde man nach wie vor Chancen haben das rettende Ufer zu erreichen, im Falle einer Niederlage droht den Hanseaten der vorzeitige Abstieg. Während die Hamburger um den Verbleib in der Liga kämpfen, braucht die SGE die Punkte um sich einen Europapokal-Platz zu sichern.

Nach zuletzt zwei Siegen in Folge hat sich der Hamburger SV eindrucksvoll im Abstiegskampf zurückgemeldet. Die Hanseaten galten vor wenigen Wochen noch als “sicherer” Absteiger, doch zwei Spieltage vor Ende der Saison beträgt der Rückstand der Rothosen nur noch zwei Punkte. Mit einem Auswärtserfolg in Frankfurt, würde das Team von Christian Titz einen (weiteren) großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen und würde damit zugleich sein “Endspiel” am letzten Spieltag zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach kriegen.

Aber nicht nur für den HSV geht es heute um viel, auch die Eintracht braucht dringend ein Erfolgserlebnis im Kampf um das internationale Geschäft. Die Hessen liegen aktuell auf dem 7. Platz und drohen ihre gute Saison nicht mit dem Erreichen des Europapokals zu krönen.

Das letzte Heimspiel von Niko Kovac

Für Eintracht Frankfurt lief es in den vergangenen Wochen nicht wirklich rund. Die Hessen konnten nur eines ihrer letzten fünf Pflichtspiele gewinnen, immerhin, der knappe 1:0-Erfolg gegen den FC Schalke 04 hat den Frankfurtern den Einzug ins DFB-Pokal-Finale gesichert. In der Liga hat man zuletzt Mitte März einen Sieg eingefahren, seitdem wartet man vergeblich auf einen Dreier. Damals war die SGE noch ein CL-Anwärter und zwei Spieltage vor Ende der Saison zittert man nun um die Teilnahme an der Europa League.

Auch wenn Frankfurt eigentlich deutlich befreiter aufspielen kann als der HSV, ist der Respekt bei Niko Kovac vor den Hanseaten groß: “Durch den Trainerwechsel haben sie ihre Spielart deutlich verändert. Ich würde fast sagen, es ist ein neuer Stil. Ein Torwart, der 30 Meter vor dem Tor ist und unheimlich viel mit in den Spielaufbau eingebunden wird. Wir müssen schon schauen, dass wir da gut verschieben und gut arbeiten. Insgesamt gesehen ist das schon ordentlich, was der HSV momentan macht: Sie laufen mehr, sie kreieren mehr Chancen und schießen auch mehr Tore.”

Der Kroate möchte vor allem, dass seine Mannschaft wieder mehr Aggressivität auf den Platz bringt: “Wir sind doch trotz der zuletzt nicht so erfolgreichen Ergebnisse in einer guten Situation. Der HSV hat viel mehr Druck als wir, denn die müssen gewinnen. Deswegen sehe ich das entspannt. Nichtsdestotrotz wollen nicht nur reagieren am Samstag. Wir wollen wieder agieren und die nötige Schärfe reinbringen.”

In Sachen Personal hat Kovac deutlich mehr Optionen als noch in den letzten Spielen. Ante Rebic ist diese Woche nach einem Muskelfaserriss wieder ins Training eingestiegen und könnte laut Kovac ein Kandidat für eine halbe Stunde sein. Auch Kevin-Prince Boateng und Carlos Salcedo sind diese Woche wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen. Bei David Abraham sieht es zudem auch gut aus, er hatte nur ganz leichte Probleme mit dem Knie, dürfte aber bereit sein. Dafür fällt Jonathan de Guzman im offensiven Mittelfeld aus.

Für Kovac ist das Spiel gegen den HSV nicht nur sportlich wichtig, sondern sicherlich auch “emotional” etwas ganz besonderes, denn es ist das letzte Heimspiel für den Noch-Trainer der Frankfurter. Kovac wird am 1. Juli zum Ligakonkurrenten FC Bayern wechseln und der 46-jährige würde sich zu gerne mit einem Sieg von den eigenen Fans verabschieden.

Der HSV steht im Halbfinale

Aus eigener Kraft kann der HSV den Klassenerhalt nicht mehr schaffen, dennoch würde man mit zwei Siegen “gute” Chancen haben zumindest die Relegation zu schaffen. In Hamburg spricht man vor dem Auswärtsduell in Frankfurt von einem “Halbfinal-Spiel”. HSV-Coach Christian Titzt äußerte sich auf der Abschluss-PK wie folgt zu der aktuellen Situation: “In den vergangenen Wochen hat sich das Mannschaftsgefüge durchaus positiv entwickelt. Wir sind über die Resultate als Gruppe zusammengewachsen. Durch die letzten beiden gewonnenen Spiele merkt man schon, dass die Mannschaft an sich glaubt und der Mut vorhanden ist, das Risiko in gewissen Situationen einzugehen. Ich glaube, dass es sehr positiv war, dass bei uns das Restprogramm letzte Woche als Viertelfinale und jetzt als Halbfinale dargestellt wurde. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir noch zwei Punkte zurück sind. Wir müssen da sein, wenn andere patzen. Jetzt überwiegt einfach der Fokus auf der Chance, zurück zu kommen.”

Die Siege gegen Freiburg und Wolfsburg haben den Hamburgern neues Selbstvertrauen gegeben, welches man dringend benötigt hat im Abstiegskampf. Auch wenn die Saison alles andere als nach Plan gelaufen ist für die Rothosen, mit zwei Siegen hat man nun erneut die Chance diese zu “retten”.

Frankfurt – Hamburg: Die voraussichtlichen Aufstellungen der beiden Mannschaften

Eintracht Frankfurt: Hradecky – Salcedo, Abraham, Falette – da Costa, Mascarell, Willems – M. Wolf, K.-P. Boateng – Fabian – Jovic

Hamburger SV: Pollersbeck – G. Sakai, K. Papadopoulos, Jung, Douglas Santos – Steinmann – Kostic, Holtby, Hunt, Ito – Wood