Schweiz erkämpft sich Punkt gegen Brasilien – Coutinho mit Traumtor

Neymar
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Kurz nach der deutschen Auftaktniederlage sollte die nächste Überraschung der WM 2018 folgen, denn mit einem 1:1 gegen die Schweiz kommt Brasilien im ersten Gruppenspiel nicht über eine Punkteteilung hinaus. Offensiv kam von der Selecao dabei einfach zu wenig, obgleich sich in der Schlussphase Chance um Chance bot, die aber allesamt ungenutzt blieben – was letztlich auch an einem starken Schweizer Schlussmann lag.

Nach der langen Verletzungspause von Neymar waren natürlich alle Augen auf den brasilianischen Superstar gerichtet, der gegen die Schweiz erstmals wieder von Beginn an auf dem grünen Rasen stehen konnte. Es war allerdings auch klar, dass Neymar noch nicht wieder an seine alte Form anknüpfen können, schließlich fehlte es dem Dribbelkünstler an Spielpraxis. Dennoch bekam Neymar in Person von Valon Behrami eine Art Sonderbewachung, die letztlich auch Früchte tragen sollte. Ganze zehn Fouls musste der 26-jährige über sich ergehen lassen und kam so nie wirklich zur Entfaltung. Brasiliens Ziel unter Nationaltrainer Tite heißt zum „Joga Bonito“, also dem schönen Spiel, zurückzukehren. Gegen die Schweiz äußerte sich das aber erst einmal in absoluter Spielkontrolle, die dabei ohne die letzte Konsequenz in der Offensive auskam. Die Schweiz war in dieser Phase allerdings deutlich zu passiv und fand im Angriff im Grunde gar nicht statt.

Nach 20 Minuten fasste sich dann Brasiliens Coutinho ein Herz und schlänzte den Ball aus gut 20 Metern in den Winkel und traf dabei noch den Innenpfosten. Unhaltbar für Keeper Yann Sommer, ein echtes Traumtor und sein Eintrittsgeld ganz sicher schon alleine Wert. Danach zog sich Brasilien etwas zurück und überließ seinem Kontrahenten mehr das Feld, doch der Nationalmannschaft der Schweiz fiel nicht viel ein und so plätscherte die Begegnung ein wenig vor sich hin. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte es dann für die Schweiz fast noch die Quittung für das destruktive Spiel gegeben, doch Thiago Silva verpasst den Ausbau der Führung nur knapp.

Vermeintliches Foulspiel führt zum Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel kamen die Europäer dann aber ein wenig druckvoller aus der Kabine und fanden in den ersten Minuten mehr Zug nach vorne. Eine Ecke in der 50. Spielminute landete dann bei Zuber, der kurz vor dem Hochsteigen seinem Gegenspieler Miranda noch einen kleinen Schubser verpasste, der den Verteidiger so aus dem Gleichgewicht brachte, das Zuber nur noch wenig Mühe hatte den Ausgleich per Kopf zu erzielen. Weder Schiedsrichter Palazuelos aus Mexiko noch der Videoassistent griffen aber ein und so stand es plötzlich 1:1.

Brasilien legte nun wieder zu, konnte vorne aber nie die letzte Konsequenz entwickeln und biss sich an mittlerweile gut verteidigenden sowie leidenschaftlich kämpfenden Schweizern immer wieder Zähne aus. In der Schlussphase gab es dann noch einige gute Möglichkeiten für die Selecao, die das 2:1 wohl auch verdient gemacht hätten, doch fallen wollte der Treffer nicht. Und so bejubelt die Schweiz am Ende einen Punktgewinn, der ganz sicher nicht eingeplant war und als Bonuspunkt angesehen werden dürfte.