Unruhe beim 1. FC Nürnberg: Geht Chef Meeske nach Wolfsburg?

 

1. FC Nürnberg / Foto: foto2press

Beim Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Nürnberg ist eine Menge Unruhe drin. Grund ist der mögliche Abgang von Finanzvorstand Michael Meeske. Medienberichten zufolge steht der 46-Jährige vor einem Abgang zum VfL Wolfsburg.

Zu einer Unzeit sind die Gerüchte um Michael Meeske entstanden. Der Kader beim Aufsteiger 1. FC Nürnberg ist noch nicht komplett, die Planungen müssen weiter vorangetrieben. Ausgerechnet in der Führungsebene ist nun eine Blockade entstanden. Der VfL Wolfsburg probiert es ein weiteres Mal beim Finanzvorstand des „Clubs“. Bereits im Frühjahr wollten die „Wölfe“ Meeske unter Vertrag nehmen. Dieser sagte damals, dass er sich geehrt fühle, die Entwicklung mit dem 1. FCN aber noch nicht abgeschlossen sei – und er ein Teil dieses Prozesses sei. Und nun? „Es gilt unverändert, was ich damals gesagt hatte“, so Meeske gegenüber dem „kicker“.

Allerdings heißt es im Fachblatt weiter, dass Meeske seine Bereitschaft signalisiert haben soll, nach Wolfsburg zu wechseln. Der VfL möchte Meeske lieber heute als morgen nach Niedersachsen lotsen. Geschäftsführer Wolfgang Hotze (66) wollte sich bereits vor längerer Zeit in den Ruhestand verabschieden. Es bleibt eine Option, dass Meeske zur Spielzeit 2019/2020 nach Wolfsburg gehen wird. Der VfL würde Hotze für ein weiteres Jahr überreden müssen – oder eine Interimslösung in der Geschäftsführung präsentieren.

Für den 1. FC Nürnberg wäre der Abgang von Michael Meeske ein denkbar ungünstiges Szenario. Der Traditionsverein strebt die Ausgliederung der Profi-Abteilung an. Außerdem soll das Trainingsgelände (frühestens 2021) verkauft werden. Bei beiden Projekten ist der 46-Jährige bislang der entscheidende Motor.

Verwirklicht Meeske in Nürnberg zunächst noch die Ausgliederung?

2015 kam Meeske vom FC St. Pauli. Der damalige Vorstand Martin Bader hatte wollte ihn als Finanzexperten an die Seite holen. Meeske wurde allerdings nicht Baders Partner, sondern sein Nachfolger. Bader hinterließ einen Scherbenhaufen und Meeske hatte die schier unlösbare Aufgabe, den FCN zu sanieren und langfristig wieder konkurrenzfähig für die Bundesliga zu machen. Gemeinsam mit Sportvorstand Andreas Bornemann gelang diese Aufgabe mit Bravour. Unter Meeske hatte der FCN erstmals seit Längeren wieder die Lizenz ohne Auflagen erhalten. Wie zur Krönung stieg der „Club“ trotz zahlreicher namhafter Abgänge in der vergangenen Spielzeit direkt in die 1. Liga auf.

Die geplante Profi-Ausgliederung läuft allerdings noch nicht wie geplant. Eigentlich sollte diese bereits im Herbst 2017 über die Bühne gehen. Nach der Ausgliederung sollten Partner gefunden werden, die Anteile kaufen können. Doch es kam zum so genannten „Spurwechsel“: Erst sollen Partner ins Boot geholt werden, anschließend soll die Ausgliederung vollzogen werden. Allerdings müssten für diese Vorgehensweise 75 Prozent der Mitglieder zustimmen. Eine durchaus schwer zu nehmende Hürde, da es einigen Widerstand gegen das Auflösen des e.V. gibt. Meeske verfolgt den Plan, einen Pool mit mehreren Partnern anzulegen, bei denen es sich vor allem um regional ansässige Unternehmen handelt. Meeske erklärte beim Neujahresempfang 2018, dass er die Ausgliederung noch im Frühjahr zur Wahl stellen wolle. Später war die Rede von Spätherbst. Nun ist klar: 2018 wird das wohl nichts mehr.

Durchaus möglich, dass Michael Meeske selbst folgenden Fahrplan für sich vorsieht: in der gerade angelaufenen Saison zunächst die Ausgliederung perfekt machen. Im Sommer dann der Wechsel nach Wolfsburg. Meeske hätte beim 1. FCN viel erreicht. Allerdings könnten einigen Mitgliedern die „Ja“-Stimme schwerfallen, wenn bereits klar sein sollte, dass der aktuelle Finanzvorstand nach Wolfsburg wechseln wird. Skepsis könnte auch bei den potentiellen Partnern entstehen. Dr. Armin Zitzmann, Chef vom Hauptsponsor Nürnberger Versicherung, sagte dass sich ihr Engagement auch an das Vertrauen in die handelnden Personen knüpfe. Es ist offensichtlich, dass Meeske viel bewirkte und Vertrauen schaffte. Sollte der Wechsel nach Wolfsburg als perfekt gemeldet werden, könnte das Vertrauen wieder schwinden.

Und die Chefs beim 1. FC Nürnberg selbst? Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Michael Grethlein äußerte sich gegenüber „nordbayern.de“ entspannt und gab zu Protokoll, dass er vom Wolfsburger Interesse nur aus der Presse erfahren habe. Es lägen ihm „keine Anfragen“ vor.

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