Glücksspiel-Reform: Warum Sportwetten-Kunden die Verlierer sein werden

Inzwischen ist medial viel darüber berichtet worden: Die Bundesregierung plant, den bestehenden Glücksspiel-Staatsvertrag (GlüStV) zu reformieren. Das gesamte Online-Glücksspiel in Deutschland soll ab dem Jahr 2021 neu reguliert werden. Der aktuelle Gesetzentwurf bietet allerdings Anlass für massive Kritik. Denn wenn man genauer hinschaut, gehen die geplanten Änderungen komplett am Ziel vorbei. Statt Sportwetten- und Casino-Kunden besser zu schützen und eine vernünftige Regelung des Marktes anzustreben, dürfte genau das Gegenteil passieren. Vieles erinnert an einen neuerlichen Schildbürger-Streich im Stile der Bonpflicht: Erdacht von Bürokraten, entfernt vom realen Leben, zum Ärger der Betroffenen. Sportwetten24 schätzt die Situation ein.

Uns stellt sich grundsätzlich die Frage, warum die deutsche Politik in Bezug auf die neue Gestaltung des Glücksspiel-Staatsvertrags nicht einfach mal einen Blick nach Großbritannien oder Skandinavien wirft. Dort gibt es funktionierende Modelle, mit denen alle Seiten zufrieden sind – und die hervorragend als Blaupause hätten dienen können.

Es geht nicht um erhöhten Spielerschutz

Darüber hinaus scheinen die Gesetzgeber in der Bundesrepublik noch immer nicht verstanden zu haben, dass man bestimmte Bereiche des Online-Handels nicht vollends mit nationalen Gesetzen kontrollieren kann.

Man wird außerdem das Gefühl nicht los, dass bei der neuen Regelung weniger der Spielerschutz im Vordergrund steht. Viel mehr drängt sich der Verdacht auf, dass hier der Deutsche Lotto- und Totoblock und seine mächtigen Lobby-Gruppen die treibende Kraft sind. Es geht hier um zweifelhafte Monopol-Ansprüche und knallharte Gewinnoptimierung.

Informationsrecht der Verbraucher soll massiv eingeschränkt werden

Im momentan Entwurf für den Glücksspiel-Neuregulierungs-Staatsvertrag (GlüNeuRStV) steht unter anderem:

“Unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung von Sportereignissen ist Werbung für Sportwetten auf dieses Sportereignis nicht zulässig. […] Live-Zwischenstände von Sportereignissen dürfen nicht mit der Werbung für Sportwetten auf dieses Sportereignis verbunden werden; ausgenommen sind eigene Internetseiten eines Wettanbieters.”

Diese äußerst restriktive Vorgabe würde zum einen einer gesamten Branche (Performance- und Affiliate-Marketing) den Boden unter den Füßen entziehen und damit eine erhebliche Zahl von Arbeitsplätzen in Deutschland gefährden. Zudem wäre dies ein massiver Eingriff in das Informationsrecht der Verbraucher, an dieser Stelle also der Spieler und Sportwetten-Nutzer.

Kunden können nicht mehr fair vergleichen

Mit einem solchen Gesetz würden es die Kunden deutlich schwerer haben, an wichtige und objektive Informationen zu gelangen. Das Angebot an vertrauenswürdigen und verantwortungsbewussten Quellen – wie beispielsweise Sportwetten24.com – wäre massiv eingeschränkt. Es liegt nahe, dass viele Spieler auf die Weise eben nicht geschützt, sondern geradezu in die Arme von Schwarzen Schafen in der Branche getrieben werden.

Experte: Affiliate Marketing leistet “wertvollen Beitrag”

Diese Einschätzung teilt auch Rechtsanwalt Dr. Jörg Hofmann, ein Experte für Glücksspielrecht: “Die Urheber des Entwurfs haben jedoch dabei nicht berücksichtigt, dass sich die vorgeschlagenen Restriktionen auf eine ganze Branche auswirken werden, und dass Affiliate Marketing einen äußerst wertvollen Beitrag dabei leistet, Spieler zu lizensierten Glücksspielangeboten zu führen.”

Neue Gesetze führen zum Monopol der Big Player

Denn redaktionell geführte Vergleichsportale haben auf dem immer unübersichtlicher werdenden Sportwetten-Markt eine enorm wichtige Rolle. Die Flut an Anbietern und Werbeaktionen verlangt geradezu nach unabhängigen Informationsquellen, die unter anderem auch ausführlich über Themen wie Spielsucht aufklären.

Sollte der Gesetzgeber tatsächlich bestimmte Marketing-Kanäle und Informationsportale verbieten, hätte dies wohl ziemlicher sicher eine ungute Monopol-Entwicklung zur Folge. Maximal zwei oder drei Branchenführer würden dank ihrer Finanzkraft in die verbliebenen Werbeformen investieren – und damit den gesamten Markt übernehmen.

Unseriöse Angebote im Ausland wären die Gewinner

Die Folge für die Kunden wäre eine drastische Einschränkung des Angebots und der Auswahlmöglichkeiten. Weil unabhängige Testberichte und Hintergrundinfos zu den Betreibern fehlen, sinkt damit auch wieder der Schutz vor Betrug. Es wird eine große Zahl an Spielern vermehrt auf ausländische Seiten und zu Anbietern mit fragwürdigen Lizenzen ziehen – und damit würde das Ziel der neuen Glücksspiel-Gesetze in Deutschland dann endgültig ad absurdum geführt werden.

 

Die Redaktion von Sportwetten24 wird Sie zu diesem Thema weiter auf dem Laufenden haben. Bei Fragen schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an: [email protected]

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