Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund erlebte am Dienstag einen bitteren Pokalabend. Der BVB schied nach einem dramatischen Spiel nicht nur im Elfmeterschießen gegen Werder Bremen aus, sondern musste auch die Verletzung seines wichtigsten Spielers verkraften. Kapitän Marco Reus musste in der Halbzeit ausgewechselt werden. Der 29-Jährige sprach nach der Partie davon, dass “der Muskel zu gemacht” habe. Wie lange Reus ausfallen wird, ist derzeit völlig unklar.
Dass mit Marco Reus irgendetwas nicht stimmte, konnte man schon in den Minuten vor dem Halbzeitpfiff erkennt. Der Kapitän der Borussia lief nicht ganz “rund” und schien Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen.
Freistoß-Tor trotz Verletzung
Reus war angeschlagen, aber es reichte trotzdem noch zu einem magischen Moment: Kurz vor der Pause versenkte der Nationalspieler einen Freistoß aus zentraler Position genau im Winkel des Werder-Tores. Der sehenswerte Treffer unterstrich einmal mehr, wie wichtig der gebürtige Dortmunder für das Offensivspiel des BVB ist.
Reus wollte weiterspielen
In der Halbzeit meldete Reus dann bei den Verantwortlichen, dass er “etwas im Oberschenkel gespürt” habe. Es musste eine Entscheidung getroffen werden. Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun empfahl eine Auswechslung – und Reus blieb in der Kabine. Glücklich war der 29-Jährige damit allerdings nicht: “Eigentlich wollte ich weiterspielen.”
Für den BVB stehen entscheidende Wochen in der Bundesliga und der Champions League an, da wollte die sportliche Führung lieber auf Nummer sicher gehen. “Wenn er weitergespielt hätte, wäre das Risiko einer ernsthaften Muskelverletzung zu groß gewesen. Jetzt hoffe ich, dass es nichts Schlimmes ist”, so Sportdirektor Michael Zorc.
Einsatz gegen Hoffenheim fraglich
Reus selbst klang unmittelbar nach dem enttäuschenden Spiel gegen Werder nicht so optimistisch: “Der Muskel hat zu gemacht. Derzeit kann ich noch nicht sagen, ob ich am Samstag gegen Hoffenheim spielen kann.” Der Nationalspieler hatte in der Vergangenheit immer wieder mit langwierigen Muskelverletzungen zu kämpfen. Ganz Dortmund hofft jetzt, dass nicht allzu lange ausfällt.
Zu einer eingehenden Diagnose wird es wohl im erst im Laufe des Donnerstags kommen. Sollte Reus gegen Hoffenheim tatsächlich ausfallen, wäre Trainer Lucien Favre gezwungen zu improvisieren. Mit Mo Dahoud, Maximilian Philipp und Mario Götze hat die Borussia drei Spieler im Kader, die für Reus auf der zentralen Position im offensiven Mittelfeld spielen könnten.
“Haben uns dumm angestellt”
Zum Pokal-Aus wollte Marco Reus gar nicht mehr viel sagen. Der Frust stand dem Dortmunder Kapitän ins Gesicht geschrieben. “Wir haben uns ziemlich dumm angestellt. Vor allem das 3:3 dürfen wir einfach nicht mehr kassieren. Aber wir befinden uns eben weiter in einem Lernprozess”, so Reus.
Einziger Vorteil der Pleite vom Dienstag dürfte sein, dass für den BVB in dieser Saison aus der Dreifach- nun eine Zweifachbelastung geworden ist. Sollte die Borussia auch in der Champions League im Achtelfinale scheitern (das Hinspiel gegen Tottenham findet kommende Woche statt), könnte das die Chance auf die Deutsche Meisterschaft erhöhen.
BVB am Samstag klar favorisiert
Zunächst gilt der BVB-Fokus aber voll und ganz der Partie gegen die TSG Hoffenheim am Samstag um 15:30 Uhr. Gegen die Kraichgauer hat die Borussia in den vergangenen Jahren meistens schlecht ausgesehen, auch im Hinspiel gelang nur ein äußerst glückliches 1:1-Unentschieden.
Diesmal ist die Borussia allerdings der klare Favorit. Bei Wetten.com liegt die Quote für einen Heimsieg des BVB bei stabilen 1,68.