FIFA-Weltrangliste: Deutschland rutscht historisch ab

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Von 1 auf 15! Die deutsche Nationalmannschaft ist in der FIFA-Weltrangliste historisch weit gefallen. Schuld daran ist nicht nur das blamable Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in Russland. Auch eine neue Berechnungsmethode des Rankings kam erstmals zum Einsatz und macht sich nun bemerkbar.

Vor der WM in Russland war der Weltmeister von 2014 noch auf Rang eins der FIFA-Weltrangliste. Im aktualisierten Ranking ist Deutschland mächtig gefallen – auf Platz 15! Erstmals wurde dabei die neue Methode zur Berechnung angewandt. Nicht nur Deutschland wurde dadurch vom bisherigen Platz gefegt. Es hat sich einiges getan.

Neuer Spitzenreiter der Weltrangliste ist erwartungsgemäß Weltmeister Frankreich. Neuer Zweiter ist der WM-Dritte Belgien. Brasilien komplettiert das Treppchen und fällt um einen Rang, nachdem bei der WM im Viertelfinale bereits Schluss war. WM-Finalist Kroatien ist neuer Vierter und stellt damit den eigenen Rekord aus dem Juni 2013 ein. Es folgen Uruguay (neun Plätze nach oben), England (sechs Plätze nach oben), Portugal (drei Plätze nach unten), die Schweiz (zwei Plätze nach unten) und die punktgleichen Spanier (einen Platz nach oben) und Dänen (drei Plätze nach oben).

Schweden zählt zu den großen Gewinnern des neuen Rankings. Die Skandinavier klettern elf Ränge bis auf Platz 13. WM-Gastgeber Russland springt 21 Plätze nach oben und steht nun auf der 49. Deutschland ist mit minus 14 Plätzen der größte Verlierer. Auch Argentinien (von fünf auf elf), Chile (von neun auf zwölf) und Polen (von acht auf 18) zählen zu den Verlierern.

Reform der FIFA-Weltrangliste wurde überfällig

Im Juni hatte der FIFA-Rat eine Reform der Weltrangliste beschlossen, da einige Länder gewisse Schlupflöcher bewusst ausnutzten. Nun wird eine neue mathematische Formel angewandt, die auf der Elo-Berechnungsmethode basiert. Dabei kommt es nicht auf die Durchschnittspunkte für einzelne Spiele an. Vom bestehenden Punktekonto werden Punkte addiert oder eben subtrahiert. Die relative Stärke der Teams und die Bedeutung des Spiels fallen dabei aber auch ins Gewicht. Der Jahrespunkteschnitt spielt keine Rolle mehr. “Mit dem Ziel, die Formel zu vereinfachen und zu präzisieren, Möglichkeiten zur Manipulation der Rangliste zu unterbinden und allen Teams die gleiche Chance zu bieten, sich in der Rangliste zu verbessern”, teilte die FIFA damals mit, als das neue System vorgestellt wurde.

Zuvor hatte es immer wieder Kritik an der Rangliste gegeben. Dabei konnte es sich sogar günstig auswirken, wenn Mannschaften nicht spielten oder sogar verloren. Die Kritik wurde lauter, als die FIFA-Rangliste auch als Grundlage für die Verteilung der Teams in den Lostöpfen der WM herangezogen wurde.

Die Top 25 der aktualisierten FIFA-Weltrangliste im August

1. Frankreich (+ 6 Plätze)
2. Belgien (+ 1 Platz)
3. Brasilien (- 1 Platz)
4. Kroatien (+ 16 Plätze)
5. Uruguay (+ 9 Plätze)
6. England (+ 6 Plätze)
7. Portugal (- 3 Plätze)
8. Schweiz (- 2 Plätze)
9. Spanien (+ 1 Platz) und Dänemark (+ 3 Plätze)
11. Argentinien (- 6 Plätze)
12. Chile (- 3 Plätze)
13. Schweden (+ 11 Plätze)
14. Kolumbien (+ 2 Plätze)
15. Deutschland (- 14 Plätze)
16. Mexiko (- 1 Platz)
17. Niederlande (gleich geblieben)
18. Polen (- 10 Plätze)
19. Wales (- 1 Platz)
20. Peru (- 9 Plätze)
21. Italien (- 2 Plätze)
22. USA (+ 3 Plätze)
23. Österreich (+ 3 Plätze)
24. Tunesien (- 3 Plätze) und Senegal (+ 3 Plätze)

Chile ist das am besten platzierte Land, das sich nicht für die WM in Russland qualifiziert hatte (Rang zwölf). In den Top 10 finden sich nur zwei nicht-europäische Nationen (Brasilien und Uruguay). Das beste afrikanische Land liegt erst auf Rang 24 (Senegal).